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MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 161, Issue 14, pp 41–41 | Cite as

Schon bei Prähypertonie leidet das Herz

  • W. Zidek
FORTBILDUNG . KRITISCH GELESEN
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Hohe Blutdruckwerte leicht unterhalb der Hypertonie sind häufig: Die Prävalenz wird auf 30% geschätzt. Eine Studie zeigt, dass das kardiovaskuläre Risiko schon in diesem Vorstadium steigt.

Prof. Dr. med. W. Zidek Medizinische Klinik für Nephrologie, Charité Berlin

_ Daten der PAMELA-Studie wurden hinsichtlich der Beziehung zwischen Prähypertonie (Blutdruckwerte 120–139 mmHg systolisch und 80–89 mmHg diastolisch) und linksventrikulärer Hypertrophie (LVH) ausgewertet. Echokardiografische Befunde lagen zu Beginn von 1.397 und im Verlauf von zehn Jahren von 880 Teilnehmern vor.

Zu Beginn lag die LVH-Prävalenz bei Menschen mit Prähypertonie bei 6,7% und mit Hypertonie bei 18,3% — signifikant über jener der Normotoniker (2,1%). Über den Beobachtungszeitraum nahmen die Werte auf 23,2% bzw. 36,5% zu, gegenüber 9% bei Normotonikern.

Das LVH-Risiko war bei Prähypertonie, die in eine Hypertonie überging, signifikant höher (Odds Ratio 4,21, p = 0,003) als bei persistierender Prähypertonie (Odds Ratio 1,89, p = 0,21).

KOMMENTAR

Im PAMELA-Kollektiv waren etwa 40% prähypertensiv, in Deutschland sind teils noch höhere Prozentzahlen erhoben worden. Nach den vorliegenden Daten ist die Prähypertonie mit einem signifikant erhöhten Risiko einer LVH verbunden. Es könnte also sinnvoll sein, diesem „Vorstadium“ der Hypertonie mit bereits signifikantem kardiovaskulärem Risiko mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Literatur

  1. Cuspidi C et al. High normal blood pressure and left ventricular hypertrophy echocardiographic findings from the PAMELA population. Hypertension. 2019;73:612–9CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • W. Zidek
    • 1
  1. 1.

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