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MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 161, Issue 14, pp 40–40 | Cite as

Frühgeborene später gut im Blick behalten!

  • D. Reinhardt
FORTBILDUNG . KRITISCH GELESEN
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Die allermeisten Frühgeborenen überleben heutzutage und können später ein normales Leben führen. Eine Metaanalyse zeigt allerdings, dass ihr Risiko für einige Krankheiten erhöht ist.

Prof. em. Dr. med. Dr. h. c. D. Reinhardt Kinderklinik und Kinderpoliklinik im Haunerschen Kinderspital, München

_ Eine griechische Arbeitsgruppe identifizierte 43 Studien, für die bei insgesamt 18.295 ehemaligen Frühchen (Geburt vor der 37. Schwangerschaftswoche) im Alter von 19,4 ± 5,1 Jahren metabolische und kardiovaskuläre Zielgrößen ermittelt wurden. Verglichen wurden diese mit den Daten von 294.063 zum Termin geborenen Gleichaltrige.

Im Vergleich zu termingerecht Geborenen zeigten die ehemaligen Frühgeborenen im Erwachsenenalter höhere Werte für den BMI (p < 0,03), den systolischen und den diastolischen Blutdruck (jeweils p < 0,0001) sowie für systolische und diastolische 24-Stunden-Blutdruckwerte (jeweils p < 0,001). Darüber hinaus waren bei den ehemaligen Frühgeborenen auch der Blutzuckernüchternwert (p < 0,01), der Insulinspiegel im Blut (p < 0,002), der Insulinresistenz-Index (p < 0,05) sowie der Cholesterinwert im Blut (p = 0,05) erhöht.

Kein Unterschied zwischen den beiden Gruppen ergab sich hinsichtlich des Bauchumfangs, der flussabhängigen Dilatation der Armarterie, der Intima-Media-Dicke der A. carotis und der Pulswellengeschwindigkeit.

Eine geschlechtsspezifische Analyse ergab, dass Frauen signifikant höhere Blutdruckwerte hatten als Männer, mit Ausnahme des diastolischen 24-Stunden-Werts (p < 0,005).

KOMMENTAR

Die Daten ergeben signifikante Hinweise darauf, dass Frühgeborene im späteren Leben ein höheres Risiko für kardiovaskuläre und metabolische Erkrankungen haben als zum Termin Geborene im Erwachsenenalter.

Einschränkend ist zu erwähnen, dass die in die Metaanalyse einbezogenen Studien sehr heterogen waren. In den meisten Arbeiten wurde nur ein Teil der Zielgrößen bestimmt. Manche der erfassten Probanden war zusätzlich zu ihrer Frühgeburtlichkeit auch dystroph („small for gestational age“). Das Alter der Probanden war zudem mit 19,4 Jahren relativ gering, sodass unklar bleibt, ob die Risikofaktoren auch im späteren Leben zu Erkrankungen führen.

Angesichts einer Rate von Frühgeburten zwischen 7% und 10% ist es wichtig, dass die Betroffenen auch als Erwachsene auf Erkrankungsrisiken und Erkrankungen gescreent werden.

Literatur

  1. Markopoulou P, Papanikolaou E, Analytis A et al. Preterm birth as a risk factor for metabolic syndrome and cardiovascular disease in adult life: a systematic review and meta-analysis. J Pediatr. 2019;210:69–80.e5CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • D. Reinhardt
    • 1
  1. 1.

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