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MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 161, Issue 14, pp 36–36 | Cite as

Prävention nach Apoplex optimiert

  • H. -C. Diener
FORTBILDUNG KRITISCH GELESEN
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Die Frage ist geklärt: Bei Schlaganfallpatienten mit Karotis- oder Vertebralisdissektionen ist die Antikoagulation mit Vitamin-K-Antagonisten der Therapie mit Thrombozytenfunktionshemmern ebenbürtig.

Prof. Dr. med. H.-C. Diener Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum Essen

_ Die randomisierte, prospektive, offene Cervical Artery Dissection in Stroke Study (CADISS) wurde zwischen 2006 und 2013 an 39 Schlaganfallzentren in Großbritannien und Australien durchgeführt. Eingeschlossen wurden 250 Patienten mit extrakraniellen Dissektionen der A. carotis interna (118) oder der A. vertebralis (132), bei denen in den letzten sieben Tagen Schlaganfallsymptome eingetreten waren.

Das mittlere Alter betrug 49 Jahre. 70% der Patienten waren Männer. 19% hatten eine transitorische ischämische Attacke, die übrigen einen ischämischen Schlaganfall erlitten.

Plättchenhemmer oder Antikoagulans? Beides ist fein!

© Ridofranz / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell)

Die Patienten erhielten entweder eine Antikoagulation — initial mit niedermolekularem Heparin, gefolgt von Warfarin — oder eine Therapie mit Thrombozytenfunktionshemmern, wobei hier ASS, Clopidogrel oder ASS plus Dipyridamol erlaubt waren. Nach drei Monaten erfolgte eine Nachuntersuchung, nach sechs und zwölf Monaten ein Telefonkontakt. Der primäre Endpunkt war ein ipsilateraler Schlaganfall oder Tod innerhalb von drei Monaten. Der primäre Sicherheitsendpunkt waren schwerwiegende Blutungskomplikationen.

Ein erneuter Schlaganfall nach einem Jahr wurde bei elf Patienten festgestellt (2,4%). Für keinen der primären oder sekundären Endpunkte ergab sich ein Unterschied zwischen den beiden Therapiegruppen. Schwere Blutungen wurden nur bei einem der antikoagulierten Patienten beobachtet. Gesucht wurde auch nach Faktoren, die dazu beitrugen, dass das ursprüngliche Arterienvolumen nicht mehr erreicht wurde. In einer multivariaten Analyse wurde nur ein zunehmendes Alter identifiziert.

KOMMENTAR

Die Studie beantwortet die seit langem umstrittene Frage, ob bei Patienten mit extrakraniellen Karotisdissektionen eine Antikoagulation oder eine Behandlung mit Thrombozytenfunktionshemmern erfolgen sollte. Beide Therapien waren — bei allerdings erstaunlich wenigen Apoplex-Rezidiven — gleich wirksam.

Die Studie wurde mit Vitamin-K-Antagonisten durchgeführt. Da es aber praktisch keine schweren Blutungen gab, ist die Frage müßig, ob direkte orale Antikoagulanzien (DOAK) ein besseres Ergebnis erzielt hätten.

Ein pragmatisches Vorgehen bei der Sekundärprophylaxe bei diesen Patienten ist, initial niedermolekulares Heparin einzusetzen und dann auf Thrombozytenfunktionshemmer umzustellen.

Literatur

  1. Markus HS, Levi C, King A et al. Antiplatelet therapy vs anticoagulation therapy in cervical artery dissection: the Cervical Artery Dissection in Stroke Study (CADISS) randomized clinical trial final results. JAMA Neurol 2019, online 25. Februar; doi:  https://doi.org/10.1001/jamaneurol.2019.0072CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • H. -C. Diener
    • 1
  1. 1.

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