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MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 161, Issue 14, pp 31–31 | Cite as

Zusatzhonorar für TSS-Patienten steht fest

  • Springer Medizin
AUS DER PRAXIS . VON HAUSARZT ZU HAUSARZT
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_ Die KBV hat am 1. August 2019 die Abrechnungs-Nrn. zu den im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) vorgesehenen EBM-Änderungen veröffentlicht. Ein Hausarzt kann demnach bei einem Patienten, der über die Terminservicestelle (TSS) vermittelt wurde, ab dem 1. September die neue Nr. 03 010 als Zuschlag zur Versichertenpauschale nach Nr. 03 000 berechnen. Die letzte Ziffer der Nr. wird wie bei der Versichertenpauschale gemäß dem Alter des Patienten geändert.

Der Zuschlag wird je nach Schnelligkeit der Behandlungsübername mit 50%, 30% oder 20% vergütet. Erfolgt die Behandlung innerhalb von 24 Stunden, erhält die Nr. 03 010 den Zusatz A. Bei einer Behandlung innerhalb von 1–8 Tagen wird ein B angefügt, bei 9–14 Tagen ein C und bei 15–35 Tagen ein D. Das resultierende extrabudgetäre Zusatzhonorar soll dabei von dem Praxisverwaltungssystem (PVS) automatisch errechnet werden (Tab. 2). Die KBV geht davon aus, dass die Softwarehäuser die notwendigen Aktualisierungen rechtzeitig zur Verfügung stellen.
Tab. 2

Beispiel: Patientin im Alter von 19–54 Jahren.

EBM

Zeit bis Behandlung

Euro

03 013 A

≤ 24 Stunden

6,60

03 013 B

1–8 Tage

6,60

03 013 C

9–14 Tage

3,96

03 013 D

15–35 Tage

2,64

Voraussetzung für diese Vergütung ist, dass der Patient sich über die Rufnummer 116 117 an die TSS wendet. Diese muss dann zunächst im Rahmen einer medizinischen Ersteinschätzung feststellen, dass überhaupt eine Dringlichkeit vorliegt. In dem Fall teilt die TSS der Praxis, an die der Patient verwiesen wird, den Tag mit, an dem sich der Patient gemeldet hat. Auf Grundlage dieser Mitteilung kann dann der jeweilige Buchstabe der neuen Nr. 03 010 zugesetzt werden.

Sie hatte dringenden Bedarf an einem Termin.

© WavebreakmediaMicro / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen)

MMW-KOMMENTAR

Darüber hinaus erhalten Hausärzte auch für die Vermittlung von Facharztterminen einen Zuschlag zur Versichertenpauschale nach der Nr. 03 000 (bzw. 04 000 im Versorgungsbereich der Kinder- und Jugendmediziner). Dieser hat die Nr. 03 008 (bzw. 04 008) und ist mit 93 Punkten bewertet, was beim aktuellen Punktwert einem extrabudgetären Honorar von 10,07 Euro entspricht. Der Zuschlag ist mehrfach berechnungsfähig, wenn der Patient in demselben Quartal durch denselben Hausarzt an unterschiedliche Arztgruppen vermittelt wird.

Zu dieser Neuregelung hat die KBV mit den Kassen im Vorfeld einen Prüfmechanismus vereinbart. Demnach ist eine Abrechnungsauffälligkeit zu vermuten, wenn in einer Arztpraxis in einer Arztgruppe in mehr als 15% der Fälle die Nr. 03 008 (bzw. 04 008) abgerechnet wird. Im Klartext heißt das: Wer diese Grenze überschreitet, kommt in eine Wirtschaftlichkeitsprüfung und muss ggf. das Zusatzhonorar wieder zurückzahlen.

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