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MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 161, Issue 2, pp 66–66 | Cite as

PraxisLeitlinie „Opioid-induzierte Obstipation“ der DGS

Nicht lange mit PAMORA warten

  • Matthias Herrmann
PHARMAFORUM
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_ Gemäß der neuen PraxisLeitlinie der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) sollte bei Opioid-induzierter Obstipation (OIC) ein peripherally-acting μ-opioid receptor antagonist (PAMORA) wie Naloxegol verordnet werden, wenn konventionelle Laxanzien innerhalb von ein bis zwei Wochen zu keinem spürbaren Erfolg führen. Diese wirken oft deshalb nicht, weil Opioide am Gastrointestinaltrakt zu einer Entkoppelung der physiologischen peristaltischen Mechanismen führen, wodurch sie die propulsiven Bewegungen des Darms zum Vorwärtstransport des Stuhls stark unterbinden. „Daher ist es sinnlos, es mit konventionellen Laxanzien zu versuchen“, erklärte PD Dr. Michael Überall, Nürnberg.

Quälende Obstipation unter Opioiden — das muss nicht sein.

© sebra / stock.adobe.com

Nur Naloxegol in oraler Form einsetzbar

Wie es in der PraxisLeitlinie der DGS heißt, berichten unter konventionellen Laxanzien weniger als die Hälfte der Patienten mit OIC über einen zufriedenstellenden Behandlungserfolg. Bleibt ein solcher nach ein bis zwei Wochen aus, sollte zu einem PAMORA gewechselt werden. Kommt es zu einer Exazerbation einer vorbestehenden, zunächst zufriedenstellend behandelten Obstipation, sollte frühzeitig die zusätzliche Gabe eines PAMORA in Erwägung gezogen werden. Sein Einsatz wirkt den OIC-bedingten gastrointestinalen Beschwerden entgegen und verbessert die Lebensqualität der OIC-Patienten. Unter den aktuell in Deutschland zugelassenen PAMORA kann nur Naloxegol (Moventig®) oral verabreicht werden und ist deshalb aus Sicht von Überall das Mittel der ersten Wahl.

Literatur

  1. Symposium „DGS-PraxisLeitinie OIC“, DGS-Innovationsforum Schmerzmedizin; Berlin, November 2018 (Veranstalter: Kyowa Kirin)Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Matthias Herrmann
    • 1
  1. 1.

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