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MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 161, Issue 2, pp 35–35 | Cite as

„Mottenfraß“ am Kopf bei syphilitischer Alopezie

  • H. Holzgreve
FORTBILDUNG . KRITISCH GELESEN
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Prof. Dr. med. H. Holzgreve Internist, München

Ein 35-jähriger Mann mit bekannter bipolarer affektiver Störung kam wegen einer paranoiden Psychose in die psychiatrische Notfallambulanz. Bei der körperlichen Untersuchung zeigte sich eine kleinfleckige, unscharf begrenzte, multilokuläre Alopezie. Des Weiteren fiel ein gering ausgeprägtes makulöses Exanthem auf, das den Stamm sowie die Arme und Beine betraf, nicht aber die Handflächen oder die Fußsohlen. Die psychischen Symptome waren gegenüber früheren Vorstellungen unverändert, die neurologische Untersuchung blieb unauffällig. Serologisch ergab sich allerdings ein Plasma-Reagin-Titer von 1:128. Die anschließende Bestimmung der Treponema-pallidum-Antikörper war positiv. Ein ebenfalls durchgeführter HIV-Test blieb negativ.

Eine narbenlose Alopezie mit einem „Mottenfraß-ähnlichen“ Muster ist charakteristisch für eine sekundäre Syphilis. Obwohl die Alopezie selten ist, kann sie bei manchen Patienten sogar das einzige Symptom der Erkrankung sein. Nach reine antibiotischen Therapie kann das Haupthaar wieder wachsen. Bei dem hier vorgestellten Patienten verschwand das Exanthem nach der i.m. Gabe von Penicillin G Benzathin innerhalb weniger Tage. Wegen der bipolaren Psychose wurden Antipsychotika verordnet.

Typisch für Syphilis: kleinfleckige Alopezie.

© N Engl J Med. 2018;379;1657

Literatur

  1. Moshiri A, Moxam A: Syphilitic alopecia. N Engl J Med. 2018;379;1657CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • H. Holzgreve
    • 1
  1. 1.

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