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MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 161, Issue 1, pp 20–20 | Cite as

Und noch ein paar neue EBM-Leistungen für 2019!

  • Springer Medizin
AUS DER PRAXIS VON HAUSARZT ZU HAUSARZT
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Dr. Gerd W. Zimmermann Facharzt für Allgemeinmedizin Kapellenstraße 9 D-65719 Hofheim

_ Der Bewertungsausschuss hat am 12. Dezember 2018 mehrere Beschlüsse gefasst, die nun in Kraft getreten sind. Einer betrifft Bewohner von vollstationären Pflegeheimen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe. Ihnen können besonders qualifizierte Berater in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt eine gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase anbieten. Die Mitbetreuung kann der Arzt mit der neuen Nr. 37 400 EBM abrechnen. Die Pauschale ist mit 100 Punkten (10,82 Euro) bewertet und kann einmal im Behandlungsfall berechnet werden.

Arzt und Berater besprechen dabei auch die Notfalldokumente sowie die schriftliche Patientenverfügung für Notfälle, die der Berater erstellt und die vom betreuenden Arzt (Hausärzte/Fachärzte) unterschrieben werden soll.

Der Arzt kann auch an einem Beratungsgespräch oder einer Fallbesprechung des Beraters mit dem Patienten teilnehmen. Die Vergütung erfolgt für zwei Jahre extrabudgetär.

Auch das bereits 2015 im GKV-Versorgungsstärkungsgesetz eingeführte Zweitmeinungsverfahren bei planbaren Operationen geht nun an den Start. Patienten haben nun vor einer Tonsillotomie, einer Tonsillektomie oder einer Hysterektomie das Recht, eine zweite ärztliche Meinung zur Indikation einzuholen. Vertragsärzte sind verpflichtet, Patienten über diesen Rechtsanspruch zu informieren.

Er darf sich eine Zweitmeinung einholen.

© AJ_Watt / Getty Images / iStock

Ein Hausarzt muss einen Patienten, bei dem er selbst die Indikation zu einer der drei Operationen gestellt hat, im Sinne der Richtlinie aufklären und ihm alle für eine Zweitmeinungsberatung nötigen Befunde sowie ein Merkblatt, das vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) veröffentlicht wurde, aushändigen. Ferner soll er den Patienten auf die Liste der zur Zweitmeinung Berechtigten hinweisen, die von der jeweiligen KV bereitgestellt wird.

Diese Beratungsleistung kann nach Nr. 01 645 einmal im Krankheitsfall berechnet werden. Sie ist mit 75 Punkten (8,12 Euro) bewertet und mit keiner Zeitvorgabe verbunden. Die Vergütung erfolgt bis Ende 2021 extrabudgetär. Die Leistung muss eingriffsspezifisch gekennzeichnet werden: eine Mandeloperation mit der Nr. 01 645A, eine Gebärmutterentfernung mit der Nr. 01 645B. Weitere Indikationen sollen folgen.

Tab. 1

Seit Januar geltende neue Beratungsleistungen

EBM

Legende

Euro

01 645

Aufklärung und Beratung zu einem ärztlichen Zweitmeinungsverfahren; Aushändigung aller relevanten Befundmitteilungen, Berichte, Arztbriefe und anderen patientenbezogenen Unterlagen an den Patienten

Abrechenbar einmal im Krankheitsfall (vier Quartale)

8,12

37 400

Zusammenarbeit und Informationsaustausch mit dem besonders qualifizierten Berater über das Angebot der gesundheitlichen Versorgungsplanung, die Notfalldokumente sowie die schriftliche Patientenverfügung für Notfälle, die der Berater erstellt

Abrechenbar einmal im Behandlungsfall (ein Quartal)

10,82

Modifiziert nach Prof. Dr. Renke Maas

MMW-KOMMENTAR

Eine weitere Neuerung resultiert aus dem E-Health-Gesetz: Versicherte haben seit Januar 2019 Anspruch auf Speicherung des Medikationsplans auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK). Diese Leistung kann zwar nach Nr. 01 630 berechnet werden, ist bei Hausärzten aber Bestandteil der Versichertenpauschale. Vergütet wird hingegen — sobald die Praxis das technisch leisten kann — die Anlage und Löschung eines Notfalldatensatzes auf der eGK. Hierfür wurden die Nrn. 01 640–01 642 als Zuschläge zur Versichertenpauschale eingeführt. Auch diese Leistungen haben keine Zeitvorgaben für die Plausibilitätsprüfungen.

Änderungen gibt es auch bei den Vorsorgeleistungen. Die kurative Uro-Genital-Sonografie nach der Nr. 33043 ist künftig am gleichen Behandlungstag berechnungsfähig wie das sonografische Bauchaortenscreening nach Nr. 01 748. Dies galt bisher nur für die sonografische Untersuchung des Abdomens nach Nr. 33 042. Somit ergibt sich eine mögliche Kombinationsleistung, wenn der Arzt das Ultraschallgerät schon einmal in der Hand hat. Allerdings wird ein Abschlag auf die Gesamtpunktzahl der Nr. 33 043 erhoben, wenn sie neben dem Screening nach der Nr. 01 748 berechnet wird.

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