MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 160, Issue 7, pp 38–38 | Cite as

Extrem seltene Ursache einer sekundären Hypertonie

  • H. Holzgreve
FORTBILDUNG . KRITISCH GELESEN
  • 5 Downloads

Prof. Dr. med. H. Holzgreve Internist, München

A: Angio-CT mit stenosierter Nierenarterie rechts („Stenosed RRA“) und verdicktem Diaphragma-Schenkel („Enlarged crus“). B: koronar reformatiertes CT mit Stenose (Pfeil).

© Am J Med. 2018;131:257–9

Ein 21-jähriger Patient kam wegen erstmaliger plötzlicher Schwächeanfälle, abdomineller Schmerzen und Atemnot in die Notaufnahme. Der Blutdruck war mit 170/100 mmHg erhöht. Dies war bislang unbekannt, und auch die Familienanamnese war leer. In der rechten Lumbalregion hörte man ein Strömungsgeräusch.

Bei dieser Befundlage — junger Mann mit Hypertonie und abdominellem Geräusch — zielten die differenzialdiagnostischen Untersuchungen auf den Nachweis einer Nierenarterienstenose ab. Tatsächlich wurde mittels Angio-CT eine 70- bis 80%ige aortennahe Stenose der rechten Nierenarterie gefunden. Höchst ungewöhnlich war die Ätiologie: Ein verdickter rechter Schenkel des Zwerchfells komprimierte die Nierenarterie von außen. Wahrscheinlich handelt es sich bei dieser Konstellation um die seltenste Ursache einer sekundären Hypertonie. Bislang sind nur 30 Fälle in der Literatur beschrieben.

Im Konsil mit Chirurgen entschied man sich für einen endovaskulären Stent zur Beseitigung der Stenose. Nach zwei Wochen war der Patient beschwerdefrei und normoton.

Literatur

  1. Rafiq S, Ilyas M, Gojwari T. A crus-cial discovery: decondary hypertension. Am J Med. 2018;131:257–9CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • H. Holzgreve
    • 1
  1. 1.

Personalised recommendations