Dieser Pleuraerguss ist pechschwarz eingefärbt
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Prof. Dr. med. H. S. Füeßl Privatpraxis für Integrative Innere Medizin, München
Bei einem 56-jährigen Mann mit Prostatakarzinom wurde ein ausgedehnter rechtsseitiger Pleuraerguss festgestellt (Abb. A). Trotz der Größe des Ergusses hatte der Mann nur eine geringe Atemnot und wurde ursprünglich wegen Harninkontinenz stationär aufgenommen. Bei der Pleurapunktion entleerte sich schwarze Flüssigkeit (Abb. B). Es handelte sich um ein Exsudat mit hohen Konzentrationen von Eiweiß (85 g/l), Lactatdehydrogenase und Amylase. Über 24 Stunden hinweg wurden 3 l Pleuraerguss abdrainiert. Während die Bronchoskopie unauffällig ausfiel, zeigte sich in der Thorakoskopie eine Verdickung der viszeralen und der parietalen Pleura mit zahlreichen Knötchen. Zytologisch fand man im Pleuraerguss maligne, drüsenartig angeordnete Zellen, daneben Mesothelzellen und Entzündungszellen in einer hämorrhagischen Flüssigkeit. Immunhistochemisch bestanden im Erguss Hinweise auf ein Adenokarzinom der Lunge. Die Pleurabiopsie bestätigte diese Diagnose. Der Patient erhielt zur Behandlung Zytostatika.
Ausgedehnter rechtsseitiger Pleuraerguss im Röntgenthorax (A), schwarze Flüssigkeit aus der Pleurahöhle (B).
© Lancet. 2015;386:e7
Schwarzgefärbte Pleuraergüsse sind extrem selten und wurden bisher nur bei Patienten mit fungaler Pleuritis (Aspergillus niger oder Rhizopus oryzae), metastasierenden Melanomen, Adenokarzinomen der Lunge, pankreatikopleuralen Fisteln oder Ösophagusperforationen bei der Applikation von Aktivkohle sowie bei Kokainmissbrauch berichtet. Die Schwarzverfärbung der Pleuraflüssigkeit im vorliegenden Fall ist wahrscheinlich durch eine Hämolyse und die Anwesenheit von hämosiderinbeladenen Makrophagen nach einer massiven Blutung in die Pleurahöhle bedingt — dies aber wohl schon lange Zeit vor der Vorstellung des Patienten. Erhöhte Konzentrationen von Amylase in der Pleuraflüssigkeit sind ebenfalls typisch für ein Adenokarzinom.
Literatur
- Jayakrishnan B et al. (drjayakrish@hotmail.com). Black pleural effusion. Lancet. 2015;386:e7CrossRefPubMedGoogle Scholar

