Verbesserte Effekte durch Vierfach-Impfstoff erwartet
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Influenza? Das muss nicht sein!
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_ Knapp 400.000 Influenza-Infektionen könnten pro Jahr in Deutschland mit quadrivalenter Influenza-Impfung zusätzlich verhindert werden — und dies kosteneffektiver, als es bei trivalenten Impfstoffen der Fall ist. Das geht aus den Ergebnissen der für Deutschland entwickelten stochastischen Simulationsmodelle 4FLU sowie e4FLU (e für „economic“) hervor. Mit den bisher in Deutschland üblichen trivalenten Influenzaimpfstoffen (TIV) werden hierzulande etwa fünf Millionen Influenzainfektionen pro Grippewelle verhindert. Allerdings sind in den vergangenen Jahren mit wechselnden Häufigkeiten Infektionen durch Influenza-B-Viren aufgetreten, die nicht mit der in den Impfstoffen vorhandenen B-Linie übereinstimmten. Experten rechnen damit, dass daher in Zukunft bevorzugt quadrivalente (QIV) Impfstoffe angeboten werden, die zwei Influenza-A-Subtypen und zwei B-Subtypen abdecken. Dadurch sinke — je nach B-Stamm-Kreuzprotektion — die Influenza-B-Infektionsrate um 11–33%. Die Wahrscheinlichkeit für extreme Influenza-Ausbrüche werde um bis zu 27% verringert [BMC Infect Dis. 2014;14:365].
Die epidemiologische Simulation hat die komplexe Immunitätsdynamik der Influenza über einen Zeitraum von 50 Jahren (30 Jahre Entwicklungsphase sowie anschließend 20 Jahre Analysephase) berechnet. Eingeflossen sind die Influenza-Übertragung, Influenza-Inzidenz- und -Prävalenz sowie verhinderte Influenza-Infektionen, erläuterte Dr. Robert Welte von der gesundheitsökonomischen Abteilung bei GlaxoSmithKline. Auf diesen Daten baut das ökonomische Modell e4FLU auf. Berechnet wird, wie viele Komplikationen verhindert und welche Kosten vermieden werden sowie welche Interventionskosten erforderlich sind.
Die durchschnittlichen Kosten pro erkranktem Erwachsenen liegen bei 514 Euro, pro erkranktem Kind bei 105 Euro. Komplikationen erhöhen diese Kosten um das 1,7-Fache bei Erwachsenen und um das 3-Fache bei Kindern [BMC Public Health. 2015;15:578]. Mit e4FLU sei jetzt nachgewiesen worden, dass QIV im Vergleich zu TIV deutlichere Effekte auslösen bei zugleich geringeren Kosten für die Gesellschaft, so Welte. Die Daten sollen im November 2015 bei der Gesundheitsökonomie-Tagung der International Society for Pharmacoeconomics and Outcomes Research (ISPOR) in Mailand präsentiert werden.
Literatur
- Symposium „e4Flu: Das gesundheitsökonomische Modell für Influenza in Deutschland“ im Rahmen des 5. Influenza-Kongresses; Erfurt, September 2015 (Veranstalter: GlaxoSmithKline)Google Scholar
