InFo Neurologie & Psychiatrie

, Volume 15, Issue 1, pp 23–23 | Cite as

Wenig Restenosen bei beiden Verfahren

Karotisstenting und Endarteriektomie
journal club

Fragestellung: Wie hoch ist die Restenoserate nach Karotisstenting oder Endarteriektomie?

Hintergrund: Der therapeutische Nutzen der Endarteriektomie bei symptomatischen hochgradigen Karotisstenosen ist eindeutig belegt. In den letzten Jahren wurden mehrere große randomisierte Studien zum Vergleich des Stenting und der Karotis-Endarteriektomie durchgeführt, wobei die meisten Studien eine Überlegenheit der Karotisoperation fanden [1, 2]. In der CREST-Studie zeigte sich allerdings eine Überlegenheit der Karotis-OP bezüglich intraoperativer Schlaganfälle und eine Überlegenheit des Stenting zur Vermeidung von intra- und perioperativen Herzinfarkten [3]. Jetzt werden die Restenoseraten berichtet.

Patienten und Methodik: In die CREST-Studie wurden Patienten mit einer asymptomatischen Karotisstenose oder symptomatische Patienten mit TIA, Amaurosis fugax oder leichtem Schlaganfall randomisiert. Für diese Subgruppenanalyse war der primäre Endpunkt Restenose oder Verschlüsse nach zwei Jahren. Bei allen Patienten erfolgte nach einem, sechs, zwölf, 24 und 48 Monaten eine Duplex-Sonografie der Karotiden. Eine Restenose war definiert als eine Stenose von mindestens 70%. Die Ultraschalluntersuchungen wurden zentral ausgewertet.

Ergebnisse: 2.191 Patienten wurden innerhalb von 30 Tagen nach Randomisierung behandelt und hatten in der Folgezeit Ultraschalluntersuchungen. Bei 1.086 wurde ein Stenting und bei 1.105 eine Karotisendarteriektomie durchgeführt. In der Stenting-Gruppe hatten 58 Patienten nach zwei Jahren eine Restenose oder einen Verschluss. Dies entspricht einer Rate von 6%. Bei Patienten mit Karotisendarteriektomie hatten 62 eine Restenose, dies entspricht einer Häufigkeit von 6,3%. Der Unterschied war statistisch nicht signifikant. Für beide Verfahren waren weibliches Geschlecht, Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörungen Prädiktoren für eine Restenose. Rauchen war ein Risikofaktor für Restenosen nach Karotisoperation, aber nicht nach Stenting.

Schlussfolgerungen: Restenosen und Verschlüsse der A. carotis interna nach Stenting oder Karotisendarteriektomie sind relativ selten und treten nach beiden Prozeduren gleich häufig auf.

Kommentar von Prof. Hans-Christoph Diener

Warten auf Langzeitergebnisse

Diese Subgruppenanalyse zeigt, dass die Restenoseraten nach Karotisstenting und Endarteriektomie relativ gering und bei beiden Verfahren gleich häufig sind. Wichtig wird es sein, Langzeitergebnisse über fünf bis zehn Jahre zu erheben. Für den klinischen Alltag ist es auch wichtig, Patienten über die wesentlichen Risikofaktoren von Restenosen wie Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und Rauchen aufzuklären.

Referenzen

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    Lal BK, Beach KW, Roubin GS et al. Restenosis after carotid artery stenting and endarterectomy: a secondary analysis of CREST, a randomised controlled trial. Lancet Neurol 2012; 11: 755–63PubMedCrossRefGoogle Scholar

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