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InFo Hämatologie + Onkologie

, Volume 22, Issue 11, pp 70–70 | Cite as

Prognostischer Marker bei myelodysplastischen Syndromen

  • Moritz Borchers
Onkologie aktuell
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Bei Patienten mit MDS kann der Anteil von CD34+/CD38-Zellen im Knochenmark vor der Therapie offenbar als prognostischer Marker genutzt werden.

Das Transmembranprotein CD34 und das Glycoprotein CD38 werden unter anderem herangezogen, um hämatopoetische Stammzellen und Leukämie-initiierende Zellen (LIC) zu identifizieren. Für Patienten mit akuter myeloischer Leukämie (AML) konnte gezeigt werden, dass die Häufigkeit von CD34+/CD38-Leukämiestammzellen als Marker prognostisch genutzt werden kann [Zeijlemaker W et al. Leukemia. 2019;33(5):1102-12]. Ob dies auch bei myelodysplastischen Syndromen (MDS) der Fall ist, sei bisher unbekannt gewesen, erklärte Madlen Jentzsch, Leipzig. Sie und ihr Team haben bei 124 MDS-Patienten daher untersucht, ob die prätherapeutische CD34+/CD38-Zelllast im Knochenmark genutzt werden kann, um die Prognose der Patienten abzuschätzen [Jentzsch M et al. DGHO. 2019;Abstr V86].

Dabei zeigte sich in einer multivariaten Analyse: Eine hohe prätherapeutische CD34+/CD38-Zelllast war bei MDS-Patienten im Vergleich zu einer niedrigen CD34+/CD38-Zelllast mit einem schlechteren Behandlungsergebnis nach einer hämatopoetischen Stammzelltransplantation (HSCT) assoziiert — und das unabhängig von anderen Faktoren wie Patientenalter bei HSCT oder IPPS-R-Score (revidiertes International Prognostic Scoring System):
  • Das Risiko für ein Rezidiv bzw. eine Progression der Erkrankung (Hazard Ratio [HR] 2,88; p = 0,005) war erhöht;

  • Das Risiko, an einer zweiten AML zu erkranken (HR 3,13; p = 0,02), war höher.

  • Das Risiko, im Beobachtungszeitraum zu versterben, war höher (Odds Ratio für Gesamtüberleben: 0,47; p = 0,01).

Dass die prätherapeutische CD34+/CD38-Zelllast prognostische Bedeutung hat, ist insofern relevant, als es einen Bedarf an Risikostratifikatoren für die Therapiesteuerung gäbe, so Jentsch. Das beträfe zum Beispiel die Frage, wer wie aggressiv behandelt werden müsse, um Rezidiven vorzubeugen.

Zudem brauche es neue Therapien, um MDS-Stammzellen eliminieren zu können, schloss Jentsch.

Literatur

  1. Bericht von der Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie vom 11. bis 14. Oktober in BerlinGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Moritz Borchers
    • 1
  1. 1.

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