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InFo Hämatologie + Onkologie

, Volume 22, Issue 11, pp 55–55 | Cite as

Erste zielgerichtete Therapie für KRAS-mutierte Tumoren rückt näher

  • Moritz Borchers
kurz notiert
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Erstmals ist es gelungen, Tumoren mit einer spezifischen KRAS-Mutation mittels einer zielgerichteten Therapie zu behandeln. Darauf deuten zumindest In-vitro-, Tiermodell- und erste Humandaten, die ein gemischtes Team aus Pharma- und akademischen Forschern um Jude Canon von Amgen, Thousand Oaks, CA/USA, gerade in Nature publiziert hat [ https://doi.org/10.1038/s41586-019-1694-1]. AMG 510, nach eigenem Bekunden der erste Inhibitor, mit dem sich die KRAS-G12C-Mutation adressieren lässt, habe bei zwei von vier Lungenkrebspatienten in der Dosisfindungsphase einer Phase-I/II-Studie zu anhaltendem Ansprechen geführt: Nach sechs Wochen seien bei einem Patienten unter AMG 510 (180 mg p. o./d) eine Tumorreduktion von 34 %, bei dem anderen (360 mg p. o./d) in Höhe von 67 % registriert worden; bei letzterem seien nach einer weiteren Follow-up-Untersuchung nach 18 Monaten alle Zielläsionen abgeheilt gewesen.

In vitro bzw. im Tiermodell war AMG 510 mono und auch gemeinsam mit zytotoxsichen, zielgerichteten oder immuntherapeutischen Substanzen wirksam. Die Kombinationen, insbesondere jene mit Checkpointhemmern, erschienen besonders effektiv. Zuvor mit AMG 510 geheilte Tiere stießen zudem Tumortransplantate mit einer anderen KRAS-Mutation (G12D) ab, was für eine unter Therapie adaptierte Immunität spreche — und dafür, dass AMG 510 auch bei heterogener KRAS-Expression wirken könnte.

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© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Moritz Borchers
    • 1
  1. 1.

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