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InFo Hämatologie + Onkologie

, Volume 22, Issue 4, pp 52–52 | Cite as

Mesotheliomtherapie jenseits der Zulassung

  • Friederike Klein
onkologie aktuell
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Zur Chemotherapie des Pleuramesothelioms ist als einzige Kombination Pemetrexed/Cisplatin zugelassen. Doch für die Patienten lässt sich mehr erreichen.

Mit dieser Kombination und einer Vitaminsupplementierung ist ein medianes Überleben von gut 13 Monaten möglich, erklärte Thomas Helmut Fink, Ansbach [Vogelzang NJ et al. J Clin Oncol. 2003;21(14):2636-44]. Die ergänzende Angiogenesehemmung mit Bevacizumab kann das mediane Gesamtüberleben auf über 18 Monate verlängern [Zalcman G et al. Lancet. 2016;387(10026):1405-14]. „Ich glaube, dass wir das als Standard ansehen sollten“, sagte der Onkologe. Seiner Meinung nach könne diese Off-label-Behandlung bei den meist durch eine berufliche Exposition mit Asbest hervorgerufenen Karzinomen bei den Berufsgenossenschaften durchgesetzt werden.

Die Kombination der Chemotherapie mit dem oralen Angiogenesehemmer Nintedanib verbessert dagegen das progressionsfreie oder Gesamtüberleben gegenüber der alleinigen Chemotherapie nicht [Scagliotti GV et al. WCLC. 2018; Abstr PL0209]. Möglicherweise war die vorangegangene sehr günstig ausgegangene Phase-II-Studie falsch positiv, erläuterte Fink.

Lichtblick dank Immuntherapie?

Bei 48 Pleuramesotheliom-Patienten, die im Rahmen eines schweizerischen Registers mit Pembrolizumab in der zweiten oder einer späteren Linie behandelt worden waren, schienen insbesondere diejenigen mit einem sarkomatoiden Subtyp von einer immuntherapeutischen Behandlung zu profitieren — hier fand sich auch der höchste Anteil von Patienten mit einer PD-L1(„programmed cell death-ligand 1“)-Expression ≥ 50 % [Mauti LA et al. ESMO. 2017;Abstr 1615O].

Von Nivolumab alleine oder in Kombination mit Ipilimumab scheinen laut Fink nur wenige Patienten mit Pleuramesotheliom zu profitieren. Unter einer Therapie mit Durvalumab in Kombination mit Cisplatin/Pemetrexed lebten in einer einarmigen Phase-II-Studie nach sechs Monaten noch 65 % der Patienten ohne Progress; Daten zum Gesamtüberleben liegen noch nicht vor [Nowak AK et al. J Clin Oncol. 2018;36(suppl):Abstr. 8503].

Die Vierfachtherapie mit Atezolizumab plus Bevacizumab und Chemotherapie wird derzeit in der randomisiert-kontrollierten Studie BEAT-Meso geprüft [NCT03762018].

„Meine Prognose ist, dass die Immuntherapie-Kombinationen beim Pleuramesotheliom vielleicht noch viel interessanter sind als beim nichtkleinzelligem Lungenkarzinom“, sagte Fink. Solange die Ergebnisse nicht vorliegen, findet er es durchaus gerechtfertigt, im Einzelfall eine Immuntherapie als individuellen Heilversuch durchzuführen.

Literatur

  1. Bericht vom 60. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. (DGP) vom 13. bis 16. März 2019 in MünchenGoogle Scholar

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Authors and Affiliations

  • Friederike Klein
    • 1
  1. 1.

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