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InFo Onkologie

, Volume 21, Issue 6, pp 54–54 | Cite as

Zirkuläre RNA bei akuter myeloischer Leukämie (AML)

  • Moritz Borchers
Liquid Biopsy
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Bei Patienten mit AML ohne zytogenetische Auffälligkeiten (CN-AML, „cytogenetically normal AML“) hat die Analyse von sogenannten zirkulären RNA (circRNA) prognostische und biologische Relevanz. So bewertet ein Team um Dimitrios Papaioannou, Columbus, OH/USA, die Ergebnisse ihrer Studie, die auf dem EHA 2018 präsentiert wurden [Papaioannou D et al. EHA. 2018;Abstr S120].

Die Expression der circRNA circKHLH8 war in multivariablen Analysen unabhängig von anderen Kovariaten mit einem längeren krankheitsfreien Überleben (DFS; HR [Hazard Ratio] 0,53; p = 0,02), Gesamtüberleben (OS; HR 0,54; p = 0,03) and ereignisfreien Überleben (EFS; HR 0,54; p = 0,02) assoziiert. Papaioannou und Kollegen hatten die Expression von circRNA bei jüngeren Patienten (< 60 Jahre) mit neu diagnostizierter CN-AML mithilfe des „whole transctiptome profiling“ analysiert. In der Trainingskohorte (n = 254) wurde zunächst die prognostische und biologische Bedeutung von 180 circRNA exploriert, wobei circKHLH8 am stärksten unter drei weiteren circRNA (circCFLAR, circFCHO2, circSMC1A) mit DFS, OS und EFS assoziiert war. Im Validierungsset (n = 111) lebten Patienten mit hoher circKHLH8-Expression länger krankheitsfrei (5-Jahres-DFS: 50 vs. 21 %; p < 0,001), länger insgesamt (5-Jahres-OS: 53 vs. 29 %; p < 0,001) und länger ereignisfrei (5-Jahres-EFS: 45 vs. 18 %; p < 0,001) als Patienten mit niedriger circKHLH8-Expression. Auch hing die circKHLH8-Expression mit klinischen und molekularen Eigenschaften zusammen: Im Vergleich zu Patienten mit niedriger circKHLH8-Expression hatten Betroffene mit hoher circKHLH8-Expression etwa
  • höhere Thrombozytenwerte (p = 0,05),

  • niedrigere Anteile von Blasten in Blut (p = 0,002) und Knochenmark (p = 0,05),

  • häufiger Mutationen in der Tyrosinkinasedomäne von FLT3 (p = 0,05) und weniger interne Tandemduplikationen von FLT3 (p < 0,001).

circRNA entstehen durch eine besondere Form des alternativen Splicing („backsplicing“) und finden sich auch bei Gesunden. Ihre genaue Bedeutung ist in vielen Fällen derzeit noch unklar [Greene J et al. Front Mol Biosci. 2017;6;4:38].

Literatur

  1. Bericht vom 23. Kongress der European Hematology Association vom 14. bis 17. Juni 2018 in Stockholm, SchwedenGoogle Scholar

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Authors and Affiliations

  • Moritz Borchers
    • 1
  1. 1.

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