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InFo Onkologie

, Volume 21, Issue 6, pp 34–34 | Cite as

Kamele kontra Krebs

  • Moritz Borchers
kurz notiert

Der EGF(„epidermal growth factor“)-Pfad spielt eine wichtige Rolle in der Entstehung verschiedener Tumoren. Bisherige Therapiestrategien zielen auf den Rezeptor von EGF (EGFR), wobei Tumoren häufig Resistenzen gegen die dafür eingesetzten EGFR-Hemmer entwickeln. Derzeit gibt es keine Substanz, mit der sich EGF direkt ausschalten lässt. Das könnte sich langfristig ändern — ausgerechnet dank der Hilfe von Kamelen.

Das Immunsystem von Kamelen produziert besondere Antikörper (Ab) — sogenannte Einzeldomänen-Ab (sdAb). Diesen Umstand hat ein internationales Forscherteam um Salvador Guardiola, Barcelona, Spanien, nun ausgenutzt: Sie injizierten Alpakas aus der Familie der Kamele, EGF. Die Alpakas reagierten mit Bildung verschiedener sdAb gegen EGF, wovon das Team davon zwei als effektive EGF-Inhibitoren identifizierte. In vitro ließ sich damit die Phosphorylierung von EGFR verhindern und so die Aktiverung des EGF-Pfades in Krebszellen ausschalten [Guardiola S et al. Angew Chem Int Ed Engl. 2018; http://doi.org/gd922v].

Bisher weiß man nur von Kamelen und Knorpelfischen, dass sie natürlicherweise sdAB produzieren. sdAB sind besonders klein und stabil, was sie auch pharmazeutisch hoch interessant macht.

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Authors and Affiliations

  • Moritz Borchers
    • 1
  1. 1.

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