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Der Freie Zahnarzt

, Volume 63, Issue 1, pp 44–44 | Cite as

Werden wir um unsere Chancen gebracht?

  • Marlena Lange
Campus
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ZMVZ auf der Winter-BuFaTa. Auf der Bundesfachschaftstagung (BuFaTa) in Witten Ende November sollen zahnmedizinische Versorgungszentren versucht haben, Studierende zu beeinflussen, unter anderem mit der Aussage, die BZÄK belüge die junge Generation bezüglich der Rolle von ZMVZ. Eine Studentin der Zahnmedizin berichtet.

Der Freie Verband Deutscher Zahnärzte beschäftigt sich seit geraumer Zeit mit den Themen Fremdkapital und ZMVZ. In diesem Zusammenhang beschäftigt sich auch das Studierendenparlament beispielsweise damit, dass große Investoren marode Krankenhäuser aufkaufen, sich deren Versorgungsauftrag erwerben und dann ZMVZ errichten.

Nun dürfen arztgruppengleiche MVZ seit 2015 gegründet werden. Trotzdem ist für viele studentische Kolleginnen und Kollegen diese Thematik absolutes Neuland. Es gibt für uns Studierende kaum Möglichkeiten, sich ein eigenes Bild zu machen, sich zu informieren oder über Alternativen nachzudenken.

Aus diesem Grunde sind wir, die Studierenden, verständlicherweise offen für Einflussnahme. Dies wurde vor allem auf der Bundesfachschaftstagung (BuFaTa) in Witten deutlich. Bei der BuFaTa kommen einmal im Semester die zahnmedizinischen Fachschaften der deutschen Universitäten zusammen. Somit ist dort sehr viel Einflussnahme der Aussteller auf Studierende möglich.

Zunächst wurde im November in Witten ein Flyer ausgeteilt, auf dem einige große Praxen aufgelistet waren, inklusive Anzahl der Geschäftsführer, Gesellschafter, Standorte und Inhaber. Ob fremdinvestiert oder nicht, war daraus nicht ersichtlich. Nur dass es sich um größere Komplexe mit zwei bis vier Standorten handelt. Dieser wurde als „Heiratsmarkt“ für nach Assistenten suchende Praxen angepriesen.

Wenig später im Gespräch mit dem Geschäftsführer einer solchen Großpraxis musste ich selber feststellen, wie versucht wird, Einfluss zu nehmen: Es bestand keine Möglichkeit, sich kritisch zu äußern oder etwas zu hinterfragen. Ich wurde mehrfach darauf verwiesen, dass wir, als junge Generation, uns mit Ablehnung der ZMVZ unsere Zukunft verbauen. Es hieß, die BZÄK belöge uns und bringe uns mit falschen Argumenten gegen ZMVZ auf, um ihre eigene Stellung zu festigen. Diese Aussage des Geschäftsführers einmal dahingestellt, wie soll ich als Studentin darauf reagieren? Es ist sehr wichtig, die Zahnärztinnen und Zahnärzte von morgen über diese Thematik aufzuklären. Über Risiken, Vor- und Nachteile und über eine mögliche Rolle als Angestellte oder Angestellter in einem ZMVZ. Darüber, was jeden Einzelnen erwartet und ob man seine Selbstständigkeit und Freiberuflichkeit dafür riskieren möchte.

Literatur

  1. Anmerkung der Redaktion: Wir werden das Thema in einer der nächsten Ausgaben des DFZ aufgreifen.Google Scholar

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Authors and Affiliations

  • Marlena Lange
    • 1
  1. 1.

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