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Der Freie Zahnarzt

, Volume 63, Issue 1, pp 25–25 | Cite as

Es muss sich was ändern — JETZT!

  • Jeannine Bonaventura
Landesverbände
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FVDZ-Landesverband Saarland

Kommentar aus dem FVDZ-Landesverband Saarland. In allen Gremien wurde beim vergangenen Deutschen Zahnärztetag eine Förderung des standespolitischen Nachwuchses gefordert. In der Bundesversammlung war das Thema am Samstag als erstes auf der Agenda. Dr. Peter Engel hielt ein umfangreiches Plädoyer zur Förderung des Nachwuchses, insbesondere der Frauen. Es schloss sich eine zustimmende Aussprache zum Thema „Nachwuchsförderung/Frauenförderung“ an. Die weiblichen Delegierten waren so zahlreich am Rednerpult zu sehen wie in den vergangenen Jahren nicht. Tenor der Rednerinnen: Alle, die bereits als Delegierte standespolitisch erfolgreich unterwegs sind, möchten keine Frauenquote. Keine möchte sich nachsagen lassen, dass sie nur als Quotenfrau in diese Position gekommen ist. Doch leider haben viele Frauen, die in der Standespolitik seit Jahren tätig sind, vergessen, wie hart der Weg manchmal sein kann und wie frustrierend es ist, wenn das Engagement von den männlichen Kollegen nicht gewürdigt wird.

Keine Werbung für junge Leute

Man muss auch erwähnen, dass die Diskussionskultur der Bundesversammlung keine Werbung für politisch engagierte junge Kolleginnen und Kollegen war. Außerdem liegt das Durchschnittsalter der Delegierten etwa zehn Jahre über dem Durchschnittsalter der deutschen aktiv tätigen Zahnärzteschaft. Das Zeichen, das von der Bundesversammlung ausging, muss kritisiert werden. Hier wurde mehr als zwei Stunden über die Förderung des Nachwuchses in der Standespolitik diskutiert, nur um im direkten Anschluss einen 68-jährigen Kollegen zum Kassenprüfer zu wählen. Es geht nicht um die Qualifikation dieses Kollegen für das Amt, aber eine derart enttarnte Phantomdiskussion lässt einen mit offenem Mund und sprachlos zurück.

Was hat die Vollversammlung der Bundeszahnärztekammer, vielleicht das Gros der Standespolitik überhaupt, nicht verstanden? Die Kollegenschaft wandelt sich, und es müssen viele richtungsweisende Schritte getan werden, damit die Freiberuflichkeit für unseren Berufsstand gesichert werden kann.

Aktiv die Zukunft gestalten

Die jungen Kolleginnen und Kollegen wollen aktiv an der Zukunftsgestaltung des Berufsstandes mitwirken und somit die Rahmenbedingungen für die Selbstverwaltung gestalten.

Wenn die Einsicht in den Körperschaften nicht bald kommt, wird es schwer, überhaupt noch junge Menschen für die Standespolitik zu begeistern und für die zukünftige Mitarbeit in den Körperschaften zu motivieren. Dies sollten auch wir als Kolleginnen und Kollegen bedenken, wenn wir unser Kreuzchen bei den nächsten Kammer- und KZV-Wahlen machen.

Es muss sich was ändern — JETZT!

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Authors and Affiliations

  • Jeannine Bonaventura
    • 1
  1. 1.SaarlandDeutschland

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