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Der Freie Zahnarzt

, Volume 62, Issue 7–8, pp 36–36 | Cite as

„Wir machen uns stark für Bayern“

  • Anita Wuttke
landesverbände
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FVDZ-Landesverband Bayern Beim Freien Verband in Bayern gibt es nach sechs Jahren einen neuen Landesvorsitzenden. Dr. Reiner Zajitschek aus Döhlau/Oberfranken ist standespolitisch kein unbeschriebenes Blatt. Er war stellvertretender FVDZ-Bundesvorsitzender, ist seit Jahrzehnten Delegierter in den zahnärztlichen Gremien auf Bundes- und Landesebene und seit 2017 auch Versammlungsleiter der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayern (KZVB). Jetzt hat er die Führung des FVDZ Bayern übernommen. Im Interview spricht er über die Herausforderungen, die es aus seiner Sicht anzupacken gilt.

Wuttke: Wo wird es unter Ihrer Führung mit dem FVDZ Bayern in den nächsten zwei Jahren hingehen?

Zajitschek: Wir sind der größte zahnärztliche Berufsverband in Deutschland und im politischen Bereich auch hier in Bayern. Das ist mit wichtigen Aufgaben verbunden. Wir haben viele Mitglieder, weil die Kolleginnen und Kollegen erwarten, dass wir frühzeitig erkennen, was an Gesetzen, Regulierungen und Vorgaben seitens des Gesetz- oder Verordnungsgebers und inzwischen auch aus Brüssel auf die Zahnarztpraxen zukommt, und wir müssen entsprechend reagieren. Wir haben uns nie darauf beschränkt, unsere Vertreter in die Körperschaften zu entsenden. Das werden wir auch in Zukunft nicht tun. Wir sind gefordert, Lösungsmöglichkeiten für anstehende Probleme anzubieten und damit auch auf die Politik zuzugehen.

Wuttke: Welche Baustellen warten aus Ihrer Sicht auf die bayerischen Zahnärzte?

Zajitschek: Kurzfristig gilt es, die Probleme der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) sowie der Telematikinfrastruktur in den Praxen zu lösen. Mittel- und langfristig wird uns der demografische Wandel unserer Gesellschaft, Stichwort: Alterszahnheilkunde und hier insbesondere die zahnärztliche Betreuung von immobilen Menschen, beschäftigen müssen sowie die drohende Kommerzialisierung unseres Berufs durch übergroße MVZ-Ketten. Auch die drohende zahnärztliche Versorgungslücke auf dem Land müssen wir mit der Politik anpacken. Das dürfen wir nicht anderen überlassen!

Wuttke: Wie kann der Freie Verband in Bayern hier helfen?

Zajitschek: Der Freie Verband hat bereits viel auf den Weg gebracht: Er hat einen kompletten Leitfaden zur DSGVO erarbeitet, der zwischenzeitlich online zur Verfügung steht. Beim Rollout der elektronischen Gesundheitskarte müssen wir der Politik klar signalisieren, dass die Technik veraltet und deren Anschaffung aus Sicht der Zahnärzte nicht nur sinnlos, sondern eine beispiellose Geldvernichtung ist. Das kann nur der standespolitische Arm in dieser Deutlichkeit transportieren. Um den demografischen Wandel in der GKV bewältigen zu können, haben wir mit unserem Patientensouveränitätsstärkungsmodell einen konkreten Vorschlag erarbeitet, der eine Budgetierung und somit einen restriktiven Honorarverteilungsmaßstab überflüssig macht.

Die Gründung großer MVZ-Ketten führt derzeit zu einer Zentralisierung zahnärztlicher Behandlungskapazitäten in Ballungszentren. Wir fordern, die Privilegierung der MVZ gegenüber anderen Niederlassungsformen zu beenden und fremdkapitalgetragene zahnärztliche MVZ zu verbieten. Zusätzlich arbeiten wir an alternativen Niederlassungsformen, zum Beispiel Genossenschaftsmodellen, um die Selbstständigkeit attraktiver zu machen. Der Freie Verband hat ein Existenzgründerprogramm aufgelegt, um junge Kolleginnen und Kollegen mit dem entsprechenden Knowhow auszustatten, sich in eigener Praxis niederzulassen. Diese Kurse werden wir ab 2019 auch in Bayern anbieten. Fast hätte ich es vergessen: Wir geben den Zahnarztpraxen in Bayern auch die FVDZ Bayern-Tabelle an die Hand. Hier geht es um den betriebswirtschaftlichen Aspekt in der Praxis. Die Tabelle zeigt sehr anschaulich, wie viel Zeit ich für welche Leistung investieren darf, und gibt mir einen Vergleich über die Vergütung zahnärztlicher Leistung in BEMA, GOZ und GOÄ. Die Tabelle hat jede bayerische Praxis bereits gratis erhalten. Wie Sie sehen, machen wir uns „stark für Bayern“ — unser Motto auch für die anstehende Wahl in bayerischen Landeszahnärztekammer und den acht Zahnärztlichen Bezirksverbänden!

© Mone Beeck(2) FVDZ LV Bayern

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Authors and Affiliations

  • Anita Wuttke
    • 1
  1. 1.

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