Der Freie Zahnarzt

, Volume 60, Issue 3, pp 10–10 | Cite as

Leserbriefe zum Artikel „Rohkost, Paleo, veganes Essen - Trends sind zu schnell für Studien“ aus DFZ 2/16

Was ist „extrem“?

  • Magda Doumit
aktuell
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Zunächst einmal vielen Dank für diesen Artikel. Auch wenn das Thema nur sehr oberflächlich behandelt wurde, konnte man doch einen guten Überblick gewinnen.

Da ich selbst seit über fünf Jahren vegan lebe, habe ich mich schon mehr als einmal gefragt, ob es denn vernünftige Studien zum Thema Mundgesundheit und Veganismus gibt, denn fündig bin ich nicht geworden.

Auch ich ärgere mich des Öfteren darüber, was für Behauptungen in Youtube-Videos und Blogs getätigt werden. Denn obwohl ich eine, um Ihrem Wortlaut zu folgen, „extreme“ Veganerin bin, bin ich auch immer noch eine Zahnärztin, die von der positiven Wirkung von Fluorid überzeugt ist und von der erosiven Wirkung von Fruchtsäuren weiß. Und da haben wir auch das eine Wort, das mir übel aufstößt: „extrem“.

Ich weiß, dass der Artikel nicht die Hintergründe des veganen Lebensstils beschreiben wollte. Sollte er auch nicht. Aber er sollte bitte auch nicht gleich urteilen à la „extrem“. Die mit Abstand meisten Veganer führen diesen Lebensstil aus moralischen Gründen unseren Mitlebewesen gegenüber, so wie ich auch.

Für mich ist es extrem, dafür zu bezahlen, dass ein ausgebeuteter Mensch eine ausgebeutete Tiermutter vergewaltigt, sie damit künstlich befruchtet, laufend zu foltern (denn nein, die mit Abstand meisten Tiere stehen nicht, ihres Lebens froh, auf einer Weide), ihr dann das Neugeborene zu entreißen, dieses zu töten, die Muttermilch des Tierbabys aus den entzündeten Eutern zu entnehmen, gleichzeitig erneut zu befruchten und – sobald das arme Geschöpf nicht mehr die Milchleistung bringt, die die Industrie benötigt – diese Mutter zu massakrieren.

Auch wenn so ziemlich jeder auf Nachfrage sagt, dass er ausschließlich beim Biobauen von nebenan seine Milch und sein Fleisch bezieht, wo die Tiere noch auf der Weide stehen, man das alles sehen kann und dort kein Lebewesen leidet. Man sollte bitte vorsichtig sein mit solchen Wörtern wie „extrem“.

Ansonsten, weiter so!

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016

Authors and Affiliations

  • Magda Doumit
    • 1
  1. 1.Berlin-SchönebergDeutschland

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