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Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft

, Volume 33, Issue 3–4, pp 433–447 | Cite as

Ehen und nichteheliche Lebensgemeinschaften im Lebensverlauf von Deutschen und türkischen Staatsbürgern in Deutschland

  • Robert NaderiEmail author
Forschungsnotizen

Zusammenfassung

Ziel des Beitrags ist die Darstellung der Ergebnisse einer vergleichenden Analyse von Kohabitationsbiographien (eheliche, nichteheliche und voreheliche Lebensgemeinschaften) zwischen Deutschen ohne Migrationshintergrund und türkischen Staatsbürgern in Deutschland. Hierzu werden die Daten der Generations and Gender Surveys (GGS) der Jahre 2005 bzw. 2006 (für die türkischen Staatsbürger) verwendet. Die Ergebnisse zeigen eine grundlegend andere Lebensweise der Türken im Vergleich zu den Deutschen, insbesondere innerhalb der jüngeren Altersgruppen: Türken haben seltener mehr als eine Kohabitation und haben kürzere voreheliche Phasen. Nichteheliche Lebensgemeinschaften stellen bei Türken zudem seltener eine Alternative zur Ehe dar. Insgesamt zeigt sich bei Deutschen ein starker Wandel von älteren zu jüngeren Kohorten bezüglich nichtehelicher Kohabitationserfahrung, die bei letzteren im Lebenslauf zur Normalität geworden ist. Dieser Wandel ist bei Türken kaum zu erkennen. Auf die Erfahrung nichtehelichen Zusammenlebens wirken sich das Alter bzw. die Kohorte, der Bildungsstand, die Religiosität und die Akzeptanz nichtehelicher Lebensgemeinschaften aus.

Schlagwörter

Ehe nichteheliche Lebensgemeinschaft Lebensverlauf 

Marriages and non-marital cohabitation in the biographies of Germans and of Turkish nationals in Germany

Abstract

The article aims to present the results of a comparative analysis of cohabitation biographies (marital, non-marital and pre-marital cohabitation) between Germans without a migration background and Turkish nationals in Germany. To this end, the data of the Generations and Gender Surveys (GGS) from 2005 and 2006 (for Turkish citizens) are used. The results show a fundamentally different lifestyle of Turks in comparison to Germans, in particular within the younger age groups: Turks more seldom have more than one cohabitation, and have shorter pre-marital phases. Non-marital cohabitation is for Turks more seldom an alternative to marriage. All in all, a major change takes place among Germans from older to younger cohorts as to their experience of nonmarital cohabitation, the latter having become the norm among the latter in the course of a biography. This change is virtually unknown among Turks. The age and cohort, the level of education, religiosity and acceptance of non-marital cohabitation impact the experience of non-marital co-habitation.

Keywords

Marriage cohabitation migration background 

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Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften 2009

Authors and Affiliations

  1. 1.Bundesinstitut für BevölkerungsforschungWiesbadenGermany

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