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Controlling & Management Review

, Volume 60, Issue 1, pp 63–63 | Cite as

In Kürze

Controller & Manager
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Es gibt kein Unternehmer-Gen

Selbstständigkeit bedeutet viel Arbeit. Die Betonung liegt dabei auf „selbst“ und „ständig“. Aber nicht alle Menschen schätzen den hohen Grad an Eigenverantwortlichkeit gleichermaßen. Die weitverbreitete Ansicht, die Fähigkeit zum Unternehmertum sei eine angeborene Eigenschaft, ist allerdings nicht zutreffend. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der Leuphana Universität Lüneburg in zwei Studien, über die sie erstmals im „Academy of Management Journal“ berichten.

Demnach wachse die unternehmerische Leidenschaft mit den Erfolgserlebnissen und dem eigenverantwortlichen Handeln. Die Begeisterung war bei den in einer achtwöchigen Feldforschung befragten 54 Managern umso höher, je größer ihre unternommenen Anstrengungen waren.

In einem weiteren Experiment untersuchten die Forscher an 136 Studierenden in Singapur und Deutschland den Einfluss von Erfolgserlebnissen und Entscheidungsfreiheit auf die unternehmerische Leidenschaft. Während eine Gruppe auf ihre Geschäftsideen ein positives Feedback erhielt, musste eine andere ein negatives einstecken. Die Konsequenz: Bei der ersten Gruppe stieg die Begeisterung für unternehmerisches Handeln, während sie bei der zweiten Gruppe gleich blieb oder abnahm. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass unternehmerische Leidenschaft kein starres Persönlichkeitsmerkmal ist, sondern eine Eigenschaft, die sich unter gewissen Bedingungen über Zeit entwickeln kann“, erklärt Michael Gielnik, Leiter des Forschungsprojekts.

Andrea Amerland

Was innovative Unternehmen besser machen

Traditionelle deutsche Unternehmen werden im internationalen Vergleich wieder als innovativ wahrgenommen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „The Most Innovative Companies 2015: Four Factors that Differentiate Leaders“ der Boston Consulting Group (BCG), für die mehr als 1.500 Führungskräfte aus zahlreichen Ländern befragt wurden. In der Liste mit den derzeit 50 innovativsten Firmen weltweit schaffen die Autobauer BMW (Platz 7) und Daimler (Platz 10) sogar den Sprung in die Top Ten. Auch Bayer (Platz 11) und BASF (Platz 29) können sich im Ranking deutlich verbessern. Die Allianz stößt mit Platz 25 erstmals in die weltweite Spitzengruppe vor, während Siemens auf Platz 30 der einzige deutsche Technologiekonzern in den Top 50 ist.

Laut der BCG-Studie sind es vier Faktoren, die Unternehmen zu Innovationsführern machen:
  • Innovationstempo („innovation speed“)

  • effektive Forschungs- und Entwicklungprozesse („lean innovation“)

  • technologiebasierte Innovation („technology-enabled innovation“)

  • Erschließung benachbarter Märkte („adjacent growth“)

Dass sich der Erfolg aber auch durch Innovationsnetzwerke steigern lässt, schreiben Christian Fieseler, Christian Pieter Hoffmann und Miriam Meckel im Springer-Werk „Business Innovation: Das St. Galler Modell“. In ihrem Kapitel über die Bedeutung von Innovationsnetzwerken betonen sie, dass Basis für ein innovationsfähiges Unternehmen eine gemeinsame Identität ist. „Ein Unternehmen, das beispielsweise konsequent Innovation anstrebt und dessen Mitglieder gemeinsam auf dieses Ziel hinwirken, ist unweigerlich auf eine gemeinsame Identität angewiesen, dessen wichtiger und anerkannter Bestandteil die Innovation ist.“ Diese organisationale Identität beziehungsweise dieses kollektive Selbstverständnis bestimmt die Kultur eines Unternehmens. Um diese im Sinne des Innovations-Managements zu beeinflussen, empfehlen die Autoren, Beziehungsnetzwerke gezielt zu steuern.

Andrea Ammerland

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