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Liebe Leserin, lieber Leser,

  • Detlef UllenboomEmail author
Editorial
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der Fußball ist inzwischen ein imposanter Wirtschaftsfaktor: Werbung, Markenrechte, Fernsehgelder... die Möglichkeiten, mit Fußball Geld zu machen, sind schier unerschöpflich. Anders als lange behauptet, kann Geld anscheinend doch Tore schießen und erfolgreiche Vereine sind vor allem klug geführte Unternehmen. Deswegen mussten auch als unabsteigbar geltende Traditionsclubs bereits den Platz räumen, zuletzt der Bundesliga-Dino HSV.

Diese Rahmenbedingungen haben auch Auswirkungen auf die Fans. Zumeist sind es junge Menschen, die sich intensiv mit ihrem Verein identifizieren und der Kommerzialisierung eigene Aktionen entgegensetzen – vor allem, um für Stimmung im Stadion zu sorgen. Nicht selten kommt es aber zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit Anhängern gegnerischer Vereine. Seit mehr als 30 Jahren gibt es u. a. deswegen Fanprojekte, die präventiv arbeiten. Unser Schwerpunkt „Fußballfans“ beleuchtet die Szene und fragt, ob sie nicht auch ein „Lern‑, Erfahrungs- und Handlungsfeld ist, für dessen Unterstützung es gute sozialarbeiterische und politische Gründe gibt“.

Der zweite Schwerpunkt dieser Ausgabe greift einen mit der Sozialen Arbeit nahezu fest verwobenen Aspekt auf: Kritik. Verkürzt ließe sich sagen, dass Soziale Arbeit durch Kritik an bestehenden Verhältnissen entstanden ist. Doch wie viel Kritik leistet sich die Soziale Arbeit heute noch – und: waren Sozialarbeiter_innen früher generell kritischer?

Apropos „früher“: im letzten Jahr haben wir in jeder Nummer auf 1968 zurückgeblickt – diese kleine Rückschau endet in dieser Ausgabe, mit einem besonderen Augenmerk auf die Folgen von 68. Norbert Frei bilanziert in „1968: Jugendrevolte und globaler Protest“: „1968 war nicht das Jahr, das alles verändert hat, dazu war bereits zu viel im Gang. Aber nach ‚68‘ war fast nichts mehr so wie vorher.“

In diesem Sinn bitte ich um eine kritische Lektüre

Detlef Ullenboom

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© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.BochumDeutschland

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