Zeitschrift für Erziehungswissenschaft

, Volume 15, Issue 3, pp 597–614

Brauchen Jungen männliche Vorbilder, um in der Schule erfolgreich zu sein?

Wahrscheinlichkeit des Gymnasialübergangs von Mädchen und Jungen aus vollständigen Familien, aus Familien mit alleinerziehender Mutter oder alleinerziehendem Vater
Allgemeiner Teil

DOI: 10.1007/s11618-012-0283-y

Cite this article as:
Helbig, M. Z Erziehungswiss (2012) 15: 597. doi:10.1007/s11618-012-0283-y

Zusammenfassung

Nicht nur in Deutschland, auch in anderen Ländern der westlichen Welt, ist es in den letzten Jahrzehnten zu einem Wandel geschlechtsspezifischen Bildungserfolgs in der Schule gekommen. Hatten Jungen in den 1960er-Jahren noch die höheren Bildungsabschlüsse, so sind es heute die Mädchen, die höhere Bildungszertifikate erwerben. Ein Grund, der für diesen Wandel in der Literatur häufig angeführt wird, ist, dass Jungen männliche Vorbilder in ihrem sozialen Umfeld (Familie und Schule) abhanden gekommen sind und sie deshalb geringere Schulleistungen erbringen. In diesem Beitrag wird auf Grundlage des Mikrozensus 2008 für den Gymnasialübergang untersucht, ob es für Jungen und Mädchen einen Unterschied macht, ob sie in Kernfamilien, bei alleinerziehenden Müttern oder mit alleinerziehenden Vätern aufwachsen. Ergebnis der Analysen ist, dass es keine Anhaltspunkte dafür gibt, dass das Fehlen des Vaters in der Familie zu einer Erklärung des Bildungsmisserfolges von Jungen beitragen kann.

Schlagwörter

Gleichgeschlechtliche Vorbilder Gymnasialübergang Geschlecht 

Do boys need male role models to be successful in school?

Likelihood of the transition to academic track secondary school of girls and boys from nuclear families, single-mother or single-father families

Abstract

Not just in Germany, but also in other countries of the western world, gender-specific educational success has changed within the last decades: Whereas boys showed higher educational achievements in the 1960s, today it is the girls who obtain higher educational certificates. A number of scholars have pointed to the absence of male role models in boys’ social environment (family and school) as a reason for their worsening school performance. In this article, we use data from the German Micro-census 2008 to analyze the following question: Does it make a difference for boys’ and girls’ transition to academic track secondary school (Gymnasium) whether they grow up in a nuclear family or with single-mothers or single-fathers? The results of the analyses yield no evidence for the claim that the absence of fathers in the family has a negative impact on boys’ performance at school.

Keywords

Gender Same-sex role models Transition to secondary school level 

Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften 2012

Authors and Affiliations

  1. 1.Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)BerlinDeutschland

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