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Technik für Gutes Leben – Eudaikonomie

Versuch über eine Neuausrichtung der Wirtschaft

Technology for Good life—Eudaiconomy

Ideas about a realignment of economy

  • 16 Accesses

Zusammenfassung

Auf der Basis ihrer Erfahrungen als Geschäftsführerin eines mittelständischen Maschinenbauunternehmens analysiert die Autorin die gängigen Erfolgsfaktoren wirtschaftlichen Handelns auf Unternehmensebene und setzt sie in Beziehung zu den Elementen des Guten Lebens, wie sie von Aristoteles und Epikur beschrieben wurden. Ausgehend von deren Annahme, dass Eudaimonie (Lebensfreude) Quelle und Zielpunkt aller Existenz ist, integriert sie die aus der Ökonomie und der Philosophie stammenden Kernelemente des Gelingens zu einem Konzept der Eudaikonomie, in dem Ökonomie und Eudaimonie verschmelzen. Die Bedeutung einer solchen Firmenphilosophie für die unternehmerische Praxis wird erläutert.

Abstract

Based on her experiences as managing director of a medium-size machine building company the author analyzes the well-established factors of success in business life and correlates it with the elements of Good Life taken from the writings of Aristotle and Epicure. These philosophers regard Eudaimonia (bliss), as the source and the aim of existence. The author combines the elements of suceeding from both spheres and outlines a concept of eudaiconomy, where economy and eudaimonia are melted into one integrative vision. The practical impact for everyday life of a so defined corporate philosophy is exemplified.

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Notes

  1. 1.

    An dieser Stelle sei eingefügt, dass z. B. Aristoteles seine Gedanken ausschließlich im Hinblick auf die freien Bürger Athens entfaltet hat, die sich im Wesentlichen mit Persönlichkeitsentwicklung und der Gestaltung des öffentlichen Lebens in der Polis beschäftigt haben. Das schnöde „Umzu“, die ökonomischen Bemühungen um die Befriedigung der Bedürfnisse, und die Sorge für das Alltägliche war nicht in seinem Fokus und lag im Aufgabenbereich von Sklaven und Frauen (Epikur hat an dieser Stelle etwas anders gedacht). Vielleicht kommen wir in Zukunft im Zuge einer allumfassenden Digitalisierung noch einmal dazu, dass dieses schnöde ökonomische „Umzu“, das uns heute so viel Kopfzerbrechen bereitet, im Wesentlichen von der Technik übernommen wird, und dann haben wir alle die Möglichkeit, uns ganz unserer Persönlichkeitsentwicklung, der vita contemplativa und der Gestaltung unseres Gemeinwesens zu widmen. In einer Zeit, in der der Arbeit noch der größte indentitätsstiftende Wert beigemessen wird, erscheint diese Überlegung recht abwegig. Es sei hier aber angemerkt, dass das Konzept der Eudaikonomie auch für eine solche veränderte Situation Orientierung bereithält.

  2. 2.

    Zwei weitere Zitate seien ergänzt, die für sich selbst sprechen, und andere interessante Aspekte der Selbstbeschränkung beleuchten, die hier nicht weiter reflektiert werden „Nichts ist für denjenigen genug, dem das Genügende zu wenig ist“ (Epikur, S. 88). „Auch die Genügsamkeit hat ihre Grenzen; wer sie nicht beachtet, verfällt in einen ähnlichen Fehler wie jener, der seine Bedürfnisse ins Maßlose steigert“ (Epikur, S. 87).

Literatur

  1. Aristoteles, (1969). Nikomachische Ethik. Stuttgart: Philipp Reclam jun. Übersetzung und Nachwort von Franz Dirlmeier. Anmerkungen von Ernst A. Schmidt

  2. Diogenes Laertius (1967). Leben und Meinungen berühmter Philosophen. Hamburg: Meiner. Übersetzt von O. Apelt. Herausgegeben und mit Vorwort, Einleitungen und Anmerkungen von K. Reich & G. Zekel

  3. Epikur, (1988). Philosophie der Freude. Briefe. Hauptlehrsätze. Spruchsammlung. Fragmente. Frankfurt: Insel. Übertragen u.m. Nachwort versehen v. Paul Laskowsky

  4. Jung, C. G. (1951). Der Schatten. In C. G. Jung (Hrsg.), Aion. Untersuchungen zur Symbolgeschichte. GW, Bd. 9. Olten: Walter-Verlag.

  5. Keller, M. (2008). Was tut gut? Lebensfreude als Orientierungshilfe im Umgang mit Medizintechnologie am Beispiel des Proteinchips; Grundlagen einer epikuräischen Medizin. Berlin: Pro Business.

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Correspondence to Dr. Maike Keller.

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Keller, M. Technik für Gutes Leben – Eudaikonomie. Organisationsberat Superv Coach 27, 79–94 (2020). https://doi.org/10.1007/s11613-020-00639-7

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Schlüsselwörter

  • Gutes Leben
  • Ökonomie
  • Firmenphilosophie

Keywords

  • Good life
  • Economy
  • Corporate philosophy