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Determinanten und Konsequenzen der Anerkennung von Bildungsabschlüssen bei Zuwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion in Deutschland
Abhandlungen

DOI: 10.1007/s11577-012-0157-6

Cite this article as:
Kogan, I. Köln Z Soziol (2012) 64: 67. doi:10.1007/s11577-012-0157-6

Zusammenfassung

Im Zuge der anhaltenden Diskussionen über die Anwerbung hochqualifizierter Einwanderer in Deutschland beschäftigt sich dieser Artikel mit den Determinanten der Bemühungen seitens der Migranten um die Anerkennung ihrer Bildungsabschlüsse und den Folgen einer solchen Anerkennung. Die beiden Fragen werden mit Hilfe eines speziell erhobenen Datensatzes für Migranten aus der ehemaligen Sowjetunion untersucht. Die Ergebnisse der Propensity-Score-Matching-Analyse zeigen, dass sich das Bildungsniveau, die berufliche Stellung im Herkunftsland, die Beschäftigung in Berufen, die in Deutschland eine Zertifizierung erfordern sowie die Sprachkenntnisse der Migranten positiv auf ihre Investitionsneigung in Bildungsanerkennung auswirken. Das Alter bei der Einwanderung hat dagegen einen negativen Effekt. Auf dem Arbeitsmarkt lohnt sich die Bildungsanerkennung in jedem Fall, besonders in Bezug auf den schnellen Eintritt in eine hochqualifizierte Beschäftigung. Dabei fallen die Abstriche durch eine nur partielle Anerkennung auch nicht sehr stark ins Gewicht. Die größten Verlierer sind Migranten, die versuchten, ihre Bildungsabschlüsse anerkannt zu bekommen, dabei aber scheiterten. Weniger gebildete Migranten, die an einer Bildungsanerkennung auch weniger interessiert sind, verfolgen anscheinend die Strategie eines schnellen Arbeitsmarkteinstiegs, ohne sich besonders um einen hohen Status ihrer Beschäftigung zu bemühen.

Schlüsselwörter

Arbeitsmarktintegration der Einwanderer Bildungsanerkennung Propensity-Score-Matching Deutschland 

Determinants and consequences of the recognition of education among immigrants from the former Soviet Union in Germany

Abstract

In light of the continuing discussions about the recruitment of a highly-qualified labour force in Germany, this article explores the determinants of immigrants’ investments in official recognition of their education, and the labour market effects of this recognition. We examine both research questions with the help of the dataset extending to immigrants from the former Soviet Union. Results of the propensity score matching analysis show that level of education, occupational status in the country of origin, employment in professions that in Germany require specialized authorization, and language proficiency all positively affect immigrants’ investments in education recognition. Conversely, age at migration exerts a negative effect. Recognition of education certainly pays off in the German labour market, particularly when concerning high-status employment entry. Penalties associated with a partial recognition of education seem to be of minor importance. The biggest losers appear to be immigrants who attempted to get their education recognized but failed altogether. Not attempting to get one’s education recognized, on the other hand, seems to be a rational strategy largely on the part of less educated migrants who are more interested in investing into a quick labour market entry without much concern about the status of their employment.

Keywords

Immigrant labour market integration Recognition of education Propensity Score Matching Germany 

Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften 2012

Authors and Affiliations

  1. 1.Universität MannheimMannheimDeutschland

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