Online-Befragungen im Kontext von Lehrevaluationen – praktisch und unzuverlässig

Berichte und Diskussionen

DOI: 10.1007/s11577-010-0098-x

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Meinefeld, W. Köln Z Soziol (2010) 62: 297. doi:10.1007/s11577-010-0098-x
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Zusammenfassung

Online-Befragungen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, insbesondere scheinen sie sich für Lehrevaluationen zu empfehlen. Die Zuverlässigkeit ihrer Ergebnisse aber ist kaum geprüft. In einem Vergleich der Ergebnisse einer Online-Befragung mit den Ergebnissen einer schriftlichen Befragung in denselben Veranstaltungen zeigen sich gravierende Mängel, die die Ergebnisse der Online-Befragung untauglich werden lassen: 1. ist die Beteiligung der Studierenden an der internet-basierten Erhebung wesentlich geringer als in der Veranstaltungsbefragung (in mehreren Veranstaltungen ist sie zu gering für eine Auswertung). 2. weichen ihre Ergebnisse in allen Veranstaltungen und allen analysierten Fragen von den Ergebnissen der (Voll-)Erhebung in den Veranstaltungen ab, sodass auf ihrer Basis gebildete Rangreihen und -gruppen zu unterschiedlichen Wertungen der Veranstaltungen führen. 3. gibt es Anhaltspunkte dafür, dass die Antworten in einer Online-Evaluation von geringerer Verlässlichkeit sind als in einer schriftlichen Befragung. Das unter arbeitsökonomischen Gesichtspunkten naheliegende Verfahren der Online-Befragung eignet sich daher nicht für eine zuverlässige Bewertung der Qualität der akademischen Lehre.

Schlüsselwörter

Online-Befragung Internet-basierte Datenerhebung Schriftliche Befragung Lehrevaluation Evaluation Ranking Datenqualität Verlässlichkeit Antwortverhalten in Befragungen Hochschulreform 

Online-surveys for the evaluation of teaching at university–convenient and unreliable

Abstract

Online-surveys enjoy increasing popularity and they seem to be especially suited for evaluating the quality of teaching in academic courses. The fact remains, however, that the reliability of their results has hardly been tested. Compared to the results of a written questionnaire carried out with the same university-courses online-surveys demonstrate grave deficiencies. These imperfections render their results useless: 1. Students’ participation in the onlinequestioning is—compared to their participation in the written questionnaire—considerably lower (in several courses too low to be of any analytical use). 2. In the case of all courses and analysed questions the results diverge from those of the written questionnaire which achieved census-quality. Rankings based on these two proceedings differ widely. This occurs regardless of them being set up in individual lists or in groupings. 3. There are clear indications that the way respondents answer online-questionnaires is less reliable than in paper&pencil methods. Although online-surveys benefit by being cost-efficient their methodological shortcomings raise important questions about their reliability for judging the quality of academic teaching.

Keywords

Online-survey Online-questioning Internet-based survey Paper&pencil-questioning Evaluation of teaching Evaluation Ranking Quality of data Reliability Answering in interviews University reform 

Copyright information

© VS-Verlag 2010

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für SoziologieUniversität Erlangen-NürnbergErlangenDeutschland

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