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Bedarfsanalyse in der stationären Pflege

Lebensqualität und Gesundheitskompetenz aus Sicht von Pflegebedürftigen und Pflegekräften
  • Beate BlättnerEmail author
  • Anke Tempelmann
Originalarbeit
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Zusammenfassung

Hintergrund

Prävention in der stationären Pflege erfordert die Partizipation von Pflegebedürftigen und Beschäftigten. Dies ist für die Entwicklung eines Qualitätsrahmens relevant.

Fragestellung

Es interessierten Bedarfe und Bedürfnisse zur Steigerung der Lebensqualität, zur Teilhabe und zu Gesundheitskompetenzen von Pflegebedürftigen und Pflegekräften.

Material und Methoden

Es wurden 17 Interviews mit 12 Pflegebedürftigen und 6 Beschäftigten in drei verschiedenen Einrichtungen zweier Bundesländer geführt, aufgezeichnet, transkribiert und interpretiert.

Ergebnisse

Personelle Ressourcen der Beschäftigten sind aus beiden Perspektiven Voraussetzungen für die Lebensqualität wie die Gesundheitskompetenz der Pflegebedürftigen, für das Wohlbefinden und die Arbeitszufriedenheit des Personals und für die Akzeptanz von Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung. Der Umzug ins Heim ist ein Wendepunkt für die Entwicklung der Lebensqualität. Die Richtung der Entwicklung ist von körperlicher Funktionalität und Sicherheit, von der Beziehung zum Personal, von den Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben und sozial anerkannten Tätigkeiten abhängig.

Diskussion und Schlussfolgerung

Das Sampling begrenzt die Aussagefähigkeit der Studie. Prävention in der stationären Pflege sollte darauf hinwirken, dass die Rahmenbedingungen aktivierender Pflege gegeben sind und sollte mit betrieblicher Gesundheitsförderung verknüpft sein. Pflegeeinrichtungen sollten darin unterstützt werden, sich zu gesundheitskompetenten Einrichtungen zu entwickeln.

Schlüsselwörter

Gesundheitsförderung Stationäre Pflege Bedarfsanalyse Lebensqualität Gesundheitskompetenz 

Needs analysis in nursing homes

Quality of life and health competence from the perspective of residents and nursing staff

Abstract

Background

Prevention in nursing homes requires the participation of residents and employees. This is relevant for the development of a quality framework.

Objectives

Of interest were the needs and requirements for improving the quality of life, participation and health competences of residents and nursing staff.

Materials and methods

In all, 17 interviews were conducted, recorded, transcribed and interpreted with 12 residents and 6 employees in three different institutions in two German federal states.

Results

From both perspectives, adequate time and numbers of employees are prerequisites for quality of life, such as the health competence of residents, for the well-being and job satisfaction of the personnel, and for the acceptance of measures of workplace health promotion. Moving into a nursing home is a critical turning-point for the development of quality of life. The direction of development depends on physical functionality and safety, on the relationship with the staff, on the opportunities for a self-determined life and socially recognised activities.

Discussion and conclusion

The sampling limits the significance of the study. Prevention in nursing homes should aim to ensure that the framework conditions for activating care are in place and are linked to workplace health promotion. Nursing homes should be supported in developing into health literacy institutions.

Keywords

Health Promotion Nursing homes Needs assessment Quality of life Health literacy 

Notes

Förderung

Die Studie wurde vom AOK-Bundesverband finanziert und ist Teil des vom Bundesministerium für Gesundheit finanzierten Forschungsprojektes „Qualitätsorientierte Prävention und Gesundheitsförderung in Einrichtungen der Eingliederungshilfe und Pflege (QualiPEP)“.

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

B. Blättner und A. Tempelmann geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Für diesen Beitrag wurden von den Autoren keine Studien an Menschen oder Tieren durchgeführt. Für die aufgeführten Studien gelten die jeweils dort angegebenen ethischen Richtlinien. Die Studie erfolgte nach Genehmigung der Ethikkommission der Hochschule Fulda. Von allen Interviewpartnern liegt ein schriftliche Einverständniserklärung vor.

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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Germany, part of Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Public Health ZentrumHochschule FuldaFuldaDeutschland
  2. 2.Abteilung PräventionBundesverband der AOKBerlinDeutschland

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