Advertisement

Prävention und Gesundheitsförderung

, Volume 11, Issue 4, pp 237–242 | Cite as

Gesundheitsförderung und Prävention im Setting Schule

Chancen durch das neue Präventionsgesetz
  • Peter Paulus
  • Heinz Hundeloh
  • Kevin Dadaczynski
Originalarbeit

Zusammenfassung

Hintergrund

Die Sozialversicherungsträger sind wichtige Akteure in der schulischen Gesundheitsförderung und Prävention. Die Präventionsgesetzgebung hat ihnen seit 1989 in unterschiedlichem Maße Vorgaben zur Unterstützung der Schulen gegeben.

Ziel der Arbeit

Darstellung der durch die neue Präventionsgesetzgebung geschaffenen Möglichkeiten und der sich daraus ergebenden Handlungsnotwendigkeiten zur Stärkung schulischer Gesundheitsförderung und Prävention. Hierfür werden die Positionen der Sozialversicherungsträger vor dem Hintergrund der aktuellen Situation der schulischen Gesundheitsförderung und Prävention herausgearbeitet.

Ergebnisse

Die Schule wird als „soziales System des Lernens“ bestimmt. Gesundheitsförderliche und präventive Interventionen werden in diesem ganzheitlichen Ansatz als Interventionen verstanden, die mit der Schulentwicklung verknüpft sind. Diese Position wird auch von der Kultusministerkonferenz geteilt. Die Sozialversicherungsträger sind aufgefordert, miteinander zu kooperieren und gemeinsam Ziele festzulegen. Dadurch werden strukturierte und systematisch angelegte Interventionen möglich, die die vielfach bestehende geringe Koordination, mangelnde Transparenz und ungeklärte Wirksamkeit in der schulischen Gesundheitsförderung und Prävention überwinden können.

Schlussfolgerungen

Es wird erwartet, dass durch die Präventionsgesetzgebung ein wichtiger Impuls für die weitere Entwicklung der schulischen Gesundheitsförderung und Prävention (insbesonder in Hinblick auf vulnerable Zielgruppen) in Richtung einer Qualitätsverbesserung und im Hinblick auf ihre nachhaltige Verankerung in der Schule gegeben wird.

Schlüsselwörter

Schulentwicklung Präventionsgesetz Qualitätsverbesserung Sozialversicherungsträger  Bildung 

Health promotion and prevention in the school setting

Opportunities through the new prevention law

Abstract

Background

Social insurance agencies are important stakeholders in the field of school health promotion and prevention in Germany. Since 1989 the prevention regulations have given them various guidelines to support schools.

Objectives

Opportunities created by the new prevention law and the need for action to strengthen school health promotion and prevention are presented. The different positions of social insurance agencies will be elaborated based on the current situation of school health promotion and prevention in Germany.

Results

Schools are described as “social systems of learning”. Interventions on school health promotion and prevention that follow a comprehensive school approach are closely linked to educational school development. This position is also shared by the Standing Conference of the Ministers of Education and Cultural Affairs of the Laender in the Federal Republic of Germany. The social insurance agencies are required to cooperate and jointly establish goals. As a result, structured and systematic interventions on school health promotion and prevention have the potential to overcome a low level of cooperation, a lack of transparency and an often unclear level of intervention effectiveness.

Conclusion

It is expected that the new prevention law will give important impetus for further development of school health promotion and prevention (especially with regard to vulnerable groups) in terms of intervention quality and sustainability.

Keywords

School development Prevention law Quality development Social insurance agencies  Education 

Notes

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

P. Paulus, H. Hundeloh und K. Dadaczynski geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Dieser Beitrag beinhaltet keine von den Autoren durchgeführten Studien an Menschen oder Tieren.

Literatur

  1. 1.
    Barkholz U, Paulus P (1998) Gesundheitsfördernde Schulen. Konzept, Projektergebnisse, Möglichkeiten der Beteiligung. Conrad, GamburgGoogle Scholar
  2. 2.
    Bühler A, Heppekausen K (2005) Gesundheitsförderung durch Lebenskompetenzprogramme in Deutschland: Grundlagen und kommentierte Übersicht. BZgA, KölnGoogle Scholar
  3. 3.
    Dadaczynski K (2012) Stand der Forschung zum Zusammenhang von Gesundheit und Bildung. Z Gesundheitspsychol 20:141–153CrossRefGoogle Scholar
  4. 4.
    Dadaczynski K, Paulus P, Nieskens B, Hundeloh H (2015) Gesundheit im Kontext von Bildung und Erziehung–Entwicklung, Umsetzung und Herausforderungen der schulischen Gesundheitsförderung in Deutschland. Z Bildungsforsch 5:197–218CrossRefGoogle Scholar
  5. 5.
    Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) (2013) Fachkonzept „Mit Gesundheit gute Schulen entwickeln“. DGUV, BerlinGoogle Scholar
  6. 6.
    Ettischer H, Maslon E, Salice-Stephan K (2000) Schulische Gesundheitserziehung und Gesundheitsförderung. BZgA, KölnGoogle Scholar
  7. 7.
    Gerstner H‑P, Wetz M (2008) Einführung in die Theorie der Schule. WBG, DarmstadtGoogle Scholar
  8. 8.
    Hundeloh H (2012) Gute gesunde Schule – mit Gesundheit gute Schule entwickeln. In: DAK Gesundheit, Unfallkasse NRW (Hrsg) Handbuch Lehrergesundheit. Carl Link, Köln, S 25–40Google Scholar
  9. 9.
    Klusmann U, Richter D (2014) Beanspruchungserleben von Lehrkräften und Schülerleistung: Eine Analyse des IQB-Ländervergleichs in der Primarstufe. Z Pädagog 60:202–224Google Scholar
  10. 10.
    Krauss-Hoffmann P (2010) Gesundheitsförderung an allgemeinbildenden Schulen. Kovac, HamburgGoogle Scholar
  11. 11.
    Lohaus A, Domsch H (Hrsg) (2009) Psychologische Förder- und Interventionsprogramme für das Kindes-und Jugendalter. Springer, HeidelbergGoogle Scholar
  12. 12.
    Michaelsen-Gärtner B, Witteriede H (2010) Schulische Gesundheitsinterventionen und Qualitätsentwicklung: ein systematischer Überblick. In: Paulus P (Hrsg) Bildungsförderung durch Gesundheit. Bestandsaufnahme und Perspektiven für eine gute gesunde Schule. Juventa, Weinheim, S 111–144Google Scholar
  13. 13.
    Nationale Präventionskonferenz (2016) Bundesrahmenempfehlungen nach § 20d Abs. 3 SGB V. http://tinyurl.com/htst4rn. Zugegriffen: 12. April 2016Google Scholar
  14. 14.
    Paulus P (1995) Die Gesundheitsfördernde Schule. Der innovativste Ansatz gesundheitsbezogener Interventionen in Schulen. Dtsch Schule 3:262–281Google Scholar
  15. 15.
    Paulus (2003) Schulische Gesundheitsförderung – vom Kopf auf die Füße gestellt. Von der gesundheitsfördernden Schule zur „guten gesunden Schule“. In: Aregger K, Lattmann U (Hrsg) Gesundheitsfördernde Schule – eine Utopie? Konzepte, Praxisbeispiele, Perspektiven. Sauerländer, Luzern, S 93–114Google Scholar
  16. 16.
    Paulus P (2009) Anschub.de – ein Programm zur Förderung der guten gesunden Schule. Waxmann, MünsterGoogle Scholar
  17. 17.
    Paulus P (Hrsg) (2010) Bildungsförderung durch Gesundheit. Bestandsaufnahme und Perspektiven der guten gesunden Schule. Juventa, WeinheimGoogle Scholar
  18. 18.
    Paulus P, Dadaczynski K (2016) Aktuelle Trends und Herausforderungen in der schulischen Gesundheitsförderung. In: Bilz L, Sudeck G, Bucksch J et al (Hrsg) Schule und Gesundheit. Ergebnisse des WHO-Jugendgesundheitssurveys „Health Behaviour in School-aged Children“ 2014/15. Juventa, Weinheim (in Druck)Google Scholar
  19. 19.
    Paulus P, Dadaczynski K (2016) Gesundheitsförderung und Schule. Leitbegriff der Gesundheitsförderung. http://tinyurl.com/z2znmjn. Zugegriffen: 11. April 2016Google Scholar
  20. 20.
    Paulus P, Schumacher L, Sieland B (2014) Evaluationsbericht. „Gemeinsam gesunde Schule entwickeln“. Leuphana Universität Lüneburg, LüneburgGoogle Scholar
  21. 21.
    Schempp N, Strippel H (2015) Präventionsbericht 2015. Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung: Primärprävention und betriebliche Gesundheitsförderung. Berichtsjahr 2014. MDK und GKV Spitzenverband, Essen, BerlinGoogle Scholar
  22. 22.
    Schratz M, Hartmann M, Schley W (2010) Schule wirksam leiten. Analyse innovativer Führung in der Praxis. Waxmann, MünsterGoogle Scholar
  23. 23.
    Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder der Bundesrepublik Deutschland (1992) Zur Situation der Gesundheitserziehung in der Schule. KMK, BonnGoogle Scholar
  24. 24.
    Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (2012) Empfehlung zur Gesundheitsförderung und Prävention in der Schule. http://tinyurl.com/a9v2f97. Zugegriffen: 10. April 2016Google Scholar
  25. 25.
    Teutsch F, Gugglberger L, Adamowitsch M, Felder-Puig R, Dür W (2012) Studie zur Implementierung von Gesundheitsförderung in österreichischen Schulen. LBIHPR, WienGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016

Authors and Affiliations

  • Peter Paulus
    • 1
  • Heinz Hundeloh
    • 2
  • Kevin Dadaczynski
    • 3
    • 4
  1. 1.Institut für Psychologie und Zentrum für Angewandte GesundheitswissenschaftenLeuphana Universität LüneburgLüneburgDeutschland
  2. 2.Fachbereich BildungDeutsche Gesetzliche UnfallversicherungDüsseldorfDeutschland
  3. 3.Zentrum für Angewandte GesundheitswissenschaftenLeuphana Universität LüneburgLüneburgDeutschland
  4. 4.Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)KölnDeutschland

Personalised recommendations