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Prävention und Gesundheitsförderung

, Volume 10, Issue 1, pp 22–27 | Cite as

Inanspruchnahme von Leistungen zur individuellen Gesundheitsförderung bei Erwerbstätigen

Ergebnisse der lidA-Studie
  • Nadine LadebeckEmail author
  • Stefanie March
  • Enno Swart
Gesundheitsinformation

Zusammenfassung

Hintergrund

Um dem Anstieg von gesundheitlichen Beschwerden und Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit (AF) aktiv zu begegnen, müssen Unternehmen das Thema Gesundheit von älteren Erwerbstätigen stärker wahrnehmen und nachhaltig gestalten.

Methode

Die Analyse basiert auf Befragungsdaten von 6339 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (Jahrgänge 1959 und 1965) der BMBF-geförderten Kohortenstudie lidA (leben in der Arbeit). Es wird der Zusammenhang zwischen subjektiver Gesundheit, individuellem Gesundheitsverhalten und AF untersucht. Multivariat werden sowohl Determinanten der AF als auch der Inanspruchnahme von individueller Gesundheitsförderung (GF) unter Einbeziehung u. a. arbeitsbezogener Variablen bestimmt.

Ergebnisse

Angehörige der jüngeren Kohorte berichten über deutlich bessere Werte bei der subjektiven Gesundheit und der AF. Geschlechtsunterschiede werden in der Angabe von Schmerzen und der individuellen GF deutlich. Konsistente Zusammenhänge zeigen sich zwischen der Gesundheit, der Beteiligung an Maßnahmen der individuellen GF und AF. Personen mit positiver Gesundheitseinschätzung sind körperlich aktiv und weisen eine höhere selbst berichtete AF auf. Die Teilnahme an Maßnahmen der GF ist höher bei Arbeitnehmern mit Schmerzen und eingeschränkter AF.

Schlussfolgerung

Bezüglich der Inanspruchnahme der individuellen GF sowie der subjektiv berichteten Gesundheit und der AF lassen sich wegen der Querschnittsdaten noch keine Ursache-Wirkungs-Beziehungen identifizieren. Durch weitere Befragungen im Zeitverlauf kann die Richtung des Zusammenhangs bestimmt werden. Dennoch können aus den vorliegenden Ergebnissen der Interventionsbedarf im mittleren Erwerbsalter konkretisiert und daraus Maßnahmen der Betrieblichen GF abgeleitet werden.

Schlüsselwörter

Arbeitsfähigkeit Interventionsbedarf Internationale Arbeitsorganisation Arbeitscharakteristika Work-Ability-Index 

Utilisation of individual health promotion benefits for employees

Results of the lidA-study

Abstract

Background

Due to demographic change and longer life expectancy of the German baby boom generation, employers have to expect an older workforce. Companies have to take this challenge seriously in order to promote the health and ability of older employees to work longer.

Methods

The analysis is based on a survey of 6339 workers who are born between 1959 and 1965. These data were collected from the lidA Study—a German Cohort Study on Work, Age, Health and Work Participation—which is a study about the correlation between self-rated health, individual health behaviour and ability to work. With demographic and work-related variables multivariate determinants of the ability to work and the utilisation of individual health promotion benefits are investigated.

Results

The research shows differences between gender and cohort. The younger cohort appears to have significantly improved values in subjective health and work ability in relation to physical demands in comparison to the older cohort. Differences between men and women are shown in subjective health awareness and individual health promotion. Furthermore the analysis shows effects between overall health, individual health promotion and the ability to work.

Conclusion

Because of the cross-sectional data it is not possible to identify cause and effect relationships. Over time and with results from future lidA surveys the direction of these relationships can be determined. However, measurements for intervention to expand companies’ health promotion plans for employees aged between 40 and 50 can be already suggested.

Keywords

Working ability Need of intervention International Labour Organisation Work characteristics Work ability index 

Notes

Einhaltung der ethischen Richtlinien

Das diesem Artikel zugrundeliegende Vorhaben wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter den Förderkennzeichen der am Verbund beteiligten Vorhaben 01ER0806, 01ER0825, 01ER0826, 01ER0827 gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei den Autoren.

Interessenkonflikt

Die Autoren geben an, dass kein Interessenskonflikt besteht.

Dieser Beitrag beinhaltet keine Studien an Menschen oder Tieren.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2014

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Sozialmedizin und GesundheitsökonomieMedizinische Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität MagdeburgMagdeburgDeutschland

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