Prävention und Gesundheitsförderung

, Volume 5, Issue 3, pp 276–281 | Cite as

Medikamentenkonsum bei Studierenden

Schwerpunkt

Zusammenfassung

Hintergrund

Zum Medikamentenkonsum Studierender wurden in Deutschland bislang nur wenige Studien durchgeführt.

Methoden

Im Rahmen einer Befragung zu ihren Studienbedingungen, ihrem Gesundheitszustand und -verhalten (u. a. Medikamentenkonsum) wurden 850 Studierende einer Berliner Universität befragt.

Ergebnisse

Von den Studierenden haben 66,6% in den letzten 30 Tagen Medikamente eingenommen. Schmerzmittel werden mit Abstand am meisten konsumiert (62%), von Frauen deutlich häufiger als von Männern. Eine riskante Schmerzmittelanwendung (10 Tage im Monat und mehr) berichten 11% der Frauen und 4,5% der Männer. Schlaf- und Beruhigungsmittel sind die zweitwichtigste Substanzgruppe, die von 13% der Studierenden eingenommen werden. Die Medikamentanwendung korreliert signifikant aber gering mit verschiedenen Gesundheitsindikatoren sowie wahrgenommenen Studienbedingungen.

Schlussfolgerung

Die Prävalenzen und Anwendungsfrequenzen von Schmerzmitteln belegen die Wichtigkeit des Themas.

Schlüsselwörter

Medikamenteneinnahme Studierende Schmerzmittel Gesundheitsberichterstattung 

Medication use among students

Abstract

Background

Only a few studies have focused on medication use among students.

Methods

Eight hundred and fifty university students were surveyed on their learning conditions, their health status, and their health behaviour (e.g. medication use).

Results

Two-thirds of the participants reported consuming at least one drug on one day in the previous 30 days, mostly analgesics. Women had a higher consumption than men. Moderate correlations were found among learning conditions, health status, and medication use.

Conclusions

Further attention should be focused on medcation use, especially the use of analgesics, among students.

Keywords

Medication use University students Analgesics College health assessment 

Notes

Interessenkonflikt

Der korrespondierende Autor gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

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Copyright information

© Springer Medizin Verlag 2010

Authors and Affiliations

  1. 1.FB Erziehungswissenschaften und Psychologie, AB Public Health: Prävention und psychosoziale GesundheitsforschungFreie Universität BerlinBerlinDeutschland

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