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Prävention und Gesundheitsförderung

, Volume 1, Issue 2, pp 115–120 | Cite as

Gesundheitsberatung als ärztliche Aufgabe

Gesundheitswesen

Zusammenfassung

Der Beitrag stellt die Rolle der Ärzteschaft in der Prävention und Gesundheitsberatung dar und diskutiert in der Praxis derzeit noch bestehende Hemmnisse, auf diesem Gebiet umfassender tätig zu werden. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass Ärzte die Bedeutung der Prävention hoch bewerten, während die real für sie aufgewendete Zeit in der Regel nicht mehr als 10% der Praxiszeit ausmacht.

Auf der Grundlage dieser Untersuchungsergebnisse werden „Zeit“, „Patientenerwartungen“, „Möglichkeiten der Erfolgskontrolle“, „Vergütung ärztlicher Beratungsleistungen“ und „ärztliche Qualifikation“ als Faktoren diskutiert, die das Beratungsverhalten von Ärzten beeinflussen.

Den hemmenden Faktoren werden die Potenziale einer ärztlichen Gesundheitsberatung gegenübergestellt. Diese werden insbesondere in der guten Erreichung aller sozialer Schichten, der Kontinuität von Patientenkontakten und der Motivation zur Verhaltensänderung bei gesundheitlichen Beschwerden auf Seiten des Patienten gesehen. Ärztliche Gesundheitsberatung erfordert zudem eine intensive Vernetzung mit anderen Gesundheitsberufen und Angeboten des Gesundheitswesens.

Exemplarisch werden das gemeinsam vom Deutschen Sportbund und der Bundesärztekammer entwickelte Siegel „SPORT PRO GESUNDHEIT“ sowie ein „Rezept für Bewegung“ vorgestellt. Auf die Notwendigkeit einer inhaltlichen und strukturellen Einbindung der Ärzteschaft in ein Präventionsgesetz wird hingewiesen.

Schlüsselwörter

Arzt Gesundheitsberatung Prävention Gesundheitsförderung Patientenerwartung Vergütung Ärztliche Qualifikation Präventionsgesetz 

Health counselling as a task for doctors

Abstract

The article discusses the physician’s role in prevention and health promotion as well as existing obstacles in practice. Recent studies show physicians’ high appreciation of prevention and health promotion, while their actual time expended in this field does not exceed an average of 10% of their office hours.

On the basis of these study results, “time”, “patients’ expectations”, “outcome control”, “remuneration aspects” and “qualification” are discussed as determining factors influencing doctors’ counselling behaviour.

Limiting factors are contrasted by potentials for health promotion in doctors’ offices. Doctors’ assets are their unique and comprehensive access to all social classes, continuity of doctor-patient contacts and patients’ increased motivation for behavioural changes when confronted with ailments and diseases. However, doctors counselling activities should be embedded in a network with other health professionals and institutions of the health care system.

A quality proven “Sports for Health” seal and a “prescription for physical exercise” are introduced. A law on prevention and health promotion currently being discussed in Germany should provide for a structural and professional integration of physicians.

Keywords

Physician Counselling Prevention Health promotion Patient’s expectation Remuneration Qualification Law on prevention 

Notes

Interessenkonflikt

Es besteht kein Interessenkonflikt. Der korrespondierende Autor versichert, dass keine Verbindungen mit einer Firma, deren Produkt in dem Artikel genannt ist, oder einer Firma, die ein Konkurrenzprodukt vertreibt, bestehen. Die Präsentation des Themas ist unabhängig und die Darstellung der Inhalte produktneutral.

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Copyright information

© Springer Medizin Verlag 2006

Authors and Affiliations

  1. 1.Dezernat Fortbildung und Gesundheitsförderung der BundesärztekammerBerlin
  2. 2.Ausschuss „Gesundheitsförderung, Prävention und Rehabilitation“BundesärztekammerAachen

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