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CME

, Volume 16, Issue 1–2, pp 27–27 | Cite as

Wenn die Standardtherapie nicht hilft

Rezidivierende Rhinosinusitis: Wann operieren?

  • Beate Schumacher
Schwerpunkt Atemwegsinfekte
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Experten aus den USA und Kanada haben Minimalkriterien formuliert, die Erwachsene mit rezidivierender akuter Rhinosinusitis zu Op.-Kandidaten machen.

Von einer rezidivierenden akuten Rhinosinusitis ist auszugehen, wenn innerhalb von zwölf Monaten mindestens vier Episoden einer akuten Rhinosinusitis auftreten und die Beschwerden in den Zwischenphasen vollständig abklingen. Die Standardtherapie besteht laut Leitlinie [1] in der Behandlung mit nasalen Kortikosteroiden.

Eine weitere Option für diese Patienten ist die chirurgische Therapie. Studien legen nahe, dass die endoskopische Nebenhöhlen-Op. in der Lage ist, bei ausgewählten Patienten die Häufigkeit von Sinusitisepisoden zu reduzieren, die Lebensqualität zu verbessern und die berufliche Leistungsfähigkeit wiederherzustellen.

Drei Voraussetzungen für eine Op.

Welche Patienten mit rezidivierender Sinusitis für den Eingriff infrage kommen, haben HNO-Ärzte und Internisten aus Kanada und den USA einzugrenzen versucht [2]. Mithilfe eines Delphiverfahren, einer Zusammenführung und Analyse von Expertenmeinungen, haben die Experten diverse Fallszenarien bezüglich der Eignung zur Op. bewertet. Dabei haben sie sich auf drei notwendige Voraussetzungen geeinigt:
  • Weil Patienten häufig fälschlicherweise von einer Sinusitis ausgehen, z. B. bei Rhinitis oder Gesichtsschmerzen, muss mindestens eine Sinusitisepisode objektiv nachgewiesen sein, per Computertomografie oder endoskopisch.

  • Der zu erwartende Nutzen und die möglichen Risiken einer Intervention (z. B. 0,25% schwere Komplikationen an Gehirn oder Augen) müssen mit dem Patienten besprochen werden. Letztlich ist die Präferenz des Patienten ausschlaggebend (Shared Decision Making).

  • Zusätzlich sollten die Patienten eines von zwei weiteren Kriterien erfüllen: Sie müssen einen erfolglosen Behandlungsversuch mit einem topischen Steroid hinter sich haben oder durch die Sinusitisepisoden erheblich in ihrer Produktivität eingeschränkt sein.

Die HNO-Spezialisten betonen allerdings, dass die drei Kriterien lediglich die Mindestvoraussetzungen für eine Operation darstellten. Wer die Bedingungen erfülle, müsse deswegen nicht unbedingt operiert werden.

Die Autoren der deutschen Leitlinie beurteilen die Op.-Indikationen ähnlich. Als Voraussetzungen nennen sie bei nicht-dringlichen Eingriffen einen adäquaten, aber ineffektiv gebliebenen medikamentösen Therapieversuch und eine umfassende ärztliche Aufklärung und Beratung.

MRT-Bild eines Patienten mit einer Sinusitis im linken Sinus maxillaris.

© Cavallini James / BSIP / picture alliance

Speziell bei der rezidivierenden akuten Rhinosinusitis stellt demnach ein „durch Bildgebung und/oder Endoskopie zu vermutendes Defizit der regulären Ventilation und Drainage“ eine Indikation zum operativen Eingriff dar.

Literatur

  1. 1.
    Stuck BA et al. HNO 2018;66:38–74CrossRefGoogle Scholar
  2. 2.
    Rudmik L et al. Laryngoscope 2018; online 3. Oktober, doi:10.1002/lary.27438CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

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Authors and Affiliations

  • Beate Schumacher
    • 1
  1. 1.

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