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Akupunktur & Aurikulomedizin

, Volume 42, Issue 1, pp 9–9 | Cite as

WISSENSWERTES

Akupunktur und Meridiane in Thailand

  • Urban & Vogel
ZAA RUBRIK_NEUES, WISSENSWERTES, KURIOSES
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Bangkok, die asiatische Multikulti-Metropole, hat Einflüsse aus den umliegenden Regionen und Kulturen wie China, Indien, Myanmar (Burma), Laos, Kambodscha, Vietnam usw. integriert.

Bei einer Besichtigung des im touristischen Pflichtprogramm wichtigsten Tempels in Bangkok, dem Wat-Pho-Tempel am Ufer des Chao-Phraya-Flusses, der die Altstadt von Bangkok durchfließt, stößt man auf den sog. Medizinpavillion, Teil der von König Rama III. im 18. Jahrhundert (1831–1841) gegründeten „demokratischen, offenen Universität“, die für jedermann, ob arm oder reich, geöffnet war.

Rama III. ließ 1400 Wandinschriften und -gemälde anbringen, die die thailändische Poesie, Abhandlungen über traditionelle Heilkunst und Massage, Botanik, Astrologie, Kriegskunst, Geschichte und Religion festhielten sowie die damaligen Provinzen und religiösen Einrichtungen des Reiches wie auch fremde Völker auflisteten.

Textbücher zur Ausbildung wurden zudem in Marmortafeln eingraviert und standen allen Interessierten zur Verfügung. Seit 1962 befindet sich die Schule für traditionelle Medizin und Massage auf dem Gelände.

Detaillierte Abbildungen von Akupressurpunkten an den Wänden des Medizinpavillions machen gewisse Unterschiede zum chinesischen Akupunktur- und Meridiansystem deutlich (siehe Abb.).

Im Gegensatz zur TCM gibt es 10 ausgewählte Energielinien (Thai: สิบเส้น — sip sen), die nach ayurvedischer Lehre den Körper als energetisches Netz durchziehen und über sanfte Dehnung und mit dem rhythmischen Druck von Handballen, Daumen, Knien, Ellenbogen und Füßen bearbeitet werden. Die Thai-Massage findet bekleidet auf einer Bodenmatte statt und zeichnet sich durch ihre dynamische, sehr kraftvolle Anwendung aus.

Zum Meridiansystem: Die 10 Sen beginnen oder enden in Nabelnähe. Die Energie fließt von dort in beide Richtungen. Auch die Punkte unterscheiden sich von den chinesischen Lokalisationen.

Beispielsweise verläuft 1) Sen Sumana vom Nabel zur Zungenspitze, 2) Sen Nanthakrawat teilt sich in zwei Linien auf, Sen Sukhumang vom Nabel zum Anus und Sen Sikhin vom Nabel zur Urethra, 3) Sen Khitchann, wieder zweigeteilt in Sen Pitakun vom Nabel zum Penis und Sen Kitcha vom Nabel zur Vagina.

Abb. copyright Rita Klowersa

Abb. copyright Rita Klowersa

Abb. copyright Rita Klowersa

Die Punkte und Meridiane werden vorzugsweise massiert mit sehr differenzierten Techniken.

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© Urban & Vogel 2016

Authors and Affiliations

  • Urban & Vogel

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