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Husserl Studies

, Volume 30, Issue 1, pp 21–45 | Cite as

Husserls Begriff der Kinästhese und seine Entwicklung

  • Christian Ferencz-Flatz
Article

Einleitung

Der Begriff Kinästhese ist in der Husserl-Literatur durchaus geläufig. Trotzdem fehlt bis heute eine umfassende Erörterung seiner Bedeutung und seiner Spielformen sowie auch seiner konkreten Entwicklungsgeschichte bei Husserl.1Vermutlich würde fast jeder Husserl-Kenner – wenn danach fragt – ohne weiteres antworten, Kinästhesen seien jene Bewegungsmöglichkeiten des leiblichen Subjekts, durch die sich seine Wahrnehmungsgegenstände auf ihrer elementarsten Stufe (jene der sogenannten „Sinnesdinge“) konstituieren. Das ist bestimmt richtig, da für Husserl in der Tat Wahrnehmung ihre Gegenstände eben nicht in einer augenblicklichen „Impression“ voll erschließt, sondern sie vielmehr in mannigfaltigen Zusammenhängen von „Abschattungen“, d. h. in zusammenhängenden Sequenzen partieller Darstellung kontinuierlich aufbaut, wobei eben im Rahmen dieses Prozesses die leibliche Bewegungsfreiheit des Subjekts unter dem Titel „Kinästhese“ eine entscheidende Rolle spielt. Obwohl nun also...

Literaturverzeichnis

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Copyright information

© Springer Science+Business Media Dordrecht 2013

Authors and Affiliations

  1. 1.Romanian Society for PhenomenologyBucharestRomania

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