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Natur und Recht

, 33:533 | Cite as

Zivilrechtliche Probleme des Geocaching

  • Hans Walter Louis
  • Silke Silva Meléndez
  • Katharina Steg
AUFSÄTZE

Zusammenfassung

Seitdem das Satelliten-Navigationssystem GPS (Global Positioning System) im Jahr 2000 für zivile Zwecke freigeschaltet wurde, finden GPS-Empfänger im Alltagsleben immer breitere Anwendung. Auch bei vielen naturbezogenen Freizeitaktivitäten, wie beispielsweise Wandern oder Radfahren, gehören sie mittlerweile zur Ausrüstung und ersetzen beziehungsweise ergänzen die klassische Navigation mit Karte und Kompass. Daneben haben sich neue Freizeitaktivitäten entwickelt, bei denen das GPS als Bezugssystem für mobile Spiele in Natur und Landschaft dient. Das bekannteste und meist verbreitete dieser Spiele ist Geocaching (von griech. “geo” – Erde – und engl. “cache” – geheimes Lager), das auch in Deutschland zu einem beliebten Hobby geworden ist. Geocacher verstecken kleine Behälter im Freien, die dann von anderen Mitspielern anhand der GPS-Koordinaten gefunden werden müssen. Aus diesem, wohlgemerkt sehr verkürzt dargestellten Grundprinzip haben sich vielfältige Spielvarianten entwickelt, die sich hinsichtlich der Art des Suchens und der Geländebedingungen unterscheiden. Derzeit sind auf der meistgenutzten Website für Geocaching, geocaching.com, weltweit knapp 1410000 aktive Geocaches registriert, ca. 190000 davon liegen allein in Deutschland.

Mit der rasant steigenden Anzahl von Geocachern und gelegten Caches werden die damit verbundenen Konfliktpotenziale mit Grundstückseigentümern, anderen Nutzern und den Zielen des Naturschutzes zunehmend deutlich. Umgekehrt wird Geocaching als Chance betrachtet, weite Bevölkerungskreise, insbesondere Kinder und Jugendliche, mehr in Kontakt mit der Natur zu bringen. Zu den öffentlich-rechtlichen und strafrechtlichen Problemen des Geocaching wird im nächsten Heft ein weiterer Beitrag erscheinen.

Copyright information

© Springer-Verlag 2011

Authors and Affiliations

  • Hans Walter Louis
    • 1
  • Silke Silva Meléndez
    • 2
  • Katharina Steg
    • 3
  1. 1.Institut für RechtswissenschaftenTechnische Universität BraunschweigBraunschweigDeutschland
  2. 2.Regierungspräsidium TübingenTübingenDeutschland
  3. 3.DortmundDeutschland

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