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Notfallsanitäterausbildung: Erwartungen und Erfahrungen der Rettungsdienstträger

  • W. LenzEmail author
  • F. Naujoks
Leitthema
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Zusammenfassung

Die Sichtweise der Rettungsdienstträger auf die Entwicklung und Umsetzung des Notfallsanitätergesetzes (NotSanG) ist in Abhängigkeit von den insbesondere landesgesetzlichen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen nicht einheitlich darzustellen. Auf jeden Fall hat das neue Ausbildungsgesetz gute Voraussetzungen für eine nachhaltige und fachlich fundierte Entwicklung des neuen Gesundheitsfachberufs geschaffen und neben vielen anderen Beteiligten vermehrt auch Rettungsdienstträger in den fachlichen Entwicklungsprozess der Ausbildungsinhalte gewinnbringend integriert. Zu bemängeln ist allenfalls die oft wahrgenommene Fokussierung auf den in §4 Abs. 2 Satz 2 c NotSanG dargestellten heilkundlich mitwirkenden Tätigkeitsbereich der Notfallsanitäter, die einerseits nur einen Bruchteil der insgesamt in der Verantwortung der Rettungsdienstträger erbrachten Leistungen des Rettungsfachpersonals ausmachen, für die andererseits in vielen Landesrettungsdienstgesetzen (noch) keine korrespondierenden Aufgabenbeschreibungen der Rettungsdienstträger definiert sind. Erfahrungen mit den ersten Absolventen der dreijährigen Vollausbildung sind durchweg positiv und lassen feststellen, dass jetzt bereits Berufsanfänger mit einem Kompetenzniveau im Rettungsdienst tätig sind, das Rettungsassistenten erst nach einiger Berufserfahrung und zusätzlicher Fortbildung erreichen konnten.

Schlüsselwörter

Rettungsfachpersonal Notfallsanitätergesetz Notfallsanitäterausbildung Versorgungsstandards Kompetenzerwerb 

Emergency paramedic training: expectations and experiences of responsible bodies for emergency medical services

Abstract

The point of view of the responsible bodies for emergency medical services (EMS) on the development and implementation of the new Emergency Paramedic Act (NotSanG) cannot be illustrated uniformly due its dependence on certain aspects, particularly those regarding state law and infrastructure. In any case, this new Training Act has created good conditions for the sustainable and professionally well-founded development of this new health care profession and, in addition to other participants, has increasingly and usefully integrated the responsible bodies for EMS into the professional developing process of the training content. It can be criticised that the act is perceived to only focus on the medically contributing occupation of the emergency paramedic defined in §4 Sec. 2 S. 2 c NotSanG, which on the one hand accounts for just a minor share of the services provided by the EMS staff of the EMS responsible bodies, and for which on the other hand the state EMS Acts do not define any corresponding task explanations (yet). The experience with graduates of this 3‑year training is completely and constantly positive and already shows that those entering EMS work have a level of competence that paramedics with the previous training were only able to achieve after several years of professional experience and further education.

Keywords

Emergency treatment Education Allied health personnel Emergency medical technicians German Paramedic Education Act 

Notes

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

W. Lenz und F. Naujoks geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Dieser Beitrag beinhaltet keine von den Autoren durchgeführten Studien an Menschen oder Tieren.

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Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.GefahrenabwehrzentrumMain-Kinzig-KreisGelnhausenDeutschland
  2. 2.GesundheitsamtStadt Frankfurt am MainFrankfurt am MainDeutschland

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