Advertisement

Notfall + Rettungsmedizin

, Volume 10, Issue 4, pp 289–292 | Cite as

Das neue österreichische Patientenverfügungsrecht

  • C. GepartEmail author
Medizinrecht

Zusammenfassung

Durch das am 1. Juni 2006 in Kraft getretene Patientenverfügungsgesetz (PatVG) wurde das kontroverse Thema der Patientenverfügungen in Österreich erstmals einer gesetzlichen Regelung zugeführt. Das PatVG räumt das Recht ein, entweder mit einer „verbindlichen“ oder mit einer „beachtlichen“ Patientenverfügung künftige medizinische Behandlungen abzulehnen. Allerdings ist die Errichtung einer verbindlichen Patientenverfügung an strenge formale und inhaltliche Kriterien geknüpft. Dazu muss sowohl ein Arzt als auch ein Jurist hinzugezogen werden. Patientenverfügungen dürfen im Falle von gesetzlichen Behandlungspflichten nicht befolgt werden. Ebenso besteht in Notfällen Behandlungspflicht, wenn der mit der Suche nach einer Patientenverfügung verbundene Zeitaufwand das Leben oder die Gesundheit des Patienten ernstlich gefährden könnte. Für Deutschland ergeben sich hierdurch keine Änderungen.

Schlüsselwörter

Patientenverfügung Behandlungsablehnung Patientenautonomie Behandlungspflicht Willenserklärung 

The new Austrian law on living wills

Abstract

Austria’s new Living Wills Act (Patientenverfügungsgesetz, or PatVG) that came into effect on 1st of June 2006, is the first law in Austria to regulate the controversial issue of living wills. The PatVG provides for a right to refuse future medical treatment by making an advance directive in the form of a living will that is either binding or “to be taken into consideration”. However, the establishment of a binding living will is governed by strict criteria as regards form and content, and both a medical doctor and a legal expert must be involved. Compliance with a living will is not allowed where there is a legal obligation to give medical treatment. There is also a legal obligation to give medical treatment in emergency situations where the time involved in looking for a living will could seriously endanger the health or the life of a patient.

Keywords

Advance health care directive Rejection of treatment Patient autonomy Obligation to treat Declaration of intent 

Notes

Interessenkonflikt

Es besteht kein Interessenkonflikt. Der korrespondierende Autor versichert, dass keine Verbindungen mit einer Firma, deren Produkt in dem Artikel genannt ist, oder einer Firma, die ein Konkurrenzprodukt vertreibt, bestehen. Die Präsentation des Themas ist unabhängig und die Darstellung der Inhalte produktneutral.

Literatur

  1. 1.
    Barth P (2006) Die Patientenverfügung und ihre praktischen Folgen für den behandelnden Arzt. FamZ – Interdis Z Familienrecht 2: 72–76Google Scholar
  2. 2.
    Kunz P, Gepart C (2006) Aufgaben der bei der Errichtung einer Patientenverfügung mitwirkenden Juristen – am Beispiel des Rechtsanwalts. FamZ – Interdis Z Familienrecht 2: 81–85Google Scholar
  3. 3.
    Memmer M (2000) Patiententestament und Stellvertreter in Gesundheitsangelegenheiten. In: Kopetzki C (Hrsg) Antizipierte Patientenverfügungen. MANZ, Wien, S 1–37Google Scholar
  4. 4.
    Memmer M (2006) Das Patientenverfügungs-Gesetz 2006. Recht Med 06: 163–174Google Scholar
  5. 5.
    Memmer M (2006) Patientenverfügungen – Rechtslage nach dem 1. Juni 2006. FamZ – Interdis Z Familienrecht 2: 69–72Google Scholar
  6. 6.
    Peintinger M (2006) Zum Stellenwert und zu den Aufgaben ärztlicher Aufklärung – medizinische Beratung vor Errichtung einer Patientenverfügung. FamZ – Interdis Z Familienrecht 2: 78–81Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag 2007

Authors and Affiliations

  1. 1.Kunz Schima Wallentin Rechtsanwälte KEGWienÖsterreich

Personalised recommendations