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Schmerzmedizin

, Volume 34, Issue 5, pp 7–7 | Cite as

Neue S1-Leitlinie

Was tun bei Kopfschmerz durch Übergebrauch von Schmerz- und Migränemitteln?

  • DGN und der DMKG
Panorama
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_ Alleine in Deutschland leiden mindestens eine halbe Million Menschen an chronischen Kopfschmerzen durch den Übergebrauch von Schmerz- und Migränemitteln („medication overuse headache“, MOH). Betroffen sind besonders Frauen sowie Patienten mit Depressionen, Angsterkrankungen oder chronischen Schmerzen wie Rückenschmerzen.

Von MOH sprechen Ärzte, wenn Patienten mit vorbestehenden primären Kopfschmerzen über mindestens drei Monate an 15 oder mehr Tagen im Monat unter Kopfschmerzen leiden und an mehr als 14 Tagen im Monat Schmerzmittel oder an mehr als neun Tagen im Monat Migränemittel (Triptane oder Mutterkornalkaloide), Opioide oder Schmerzmittelkombinationen einnehmen.

Seit Mai 2018 gibt es nun eine S1-Leitlinie zum Thema MOH, herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG). Darin wird ein dreistufiges Therapiekonzept empfohlen: Als erste Maßnahme die Schulung und Beratung von Patienten, mit dem Ziel, die Einnahme von Akutmedikamenten zu reduzieren. Der zweite Schritt ist eine medikamentöse Prophylaxe der zugrundeliegenden Kopfschmerzerkrankung. Wirkt diese Therapie nicht, sollte als dritter Schritt eine Medikamentenpause angestrebt werden — je nach Konstellation ambulant, tagesklinisch oder stationär.

Medikamentenübergebrauch kann chronischen Kopfschmerz verursachen.

© Stillfx / stock.adobe.com

Damit Kopfschmerz durch ein Zuviel an Medikamenten erst gar nicht entsteht, raten die Experten zu einer konsequenten prophylaktischen Behandlung. Neben Medikamenten helfen Ausdauersport, Entspannung, Stressmanagement oder auch eine Verhaltenstherapie dabei, Kopfschmerzattacken vorzubeugen.

Literatur

  1. Nach Informationen der DGN und der DMKGGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • DGN und der DMKG

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