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Die Erwachsenen kannst Du vergessen

Parkland-School-Shooting: Amoklaufen in einer Gemeinschaft ohne Perspektive
  • Lucas Pawlik
Originalien

Zusammenfassung

Der Beitrag gliedert sich in 3 Teile, in denen das individuelle Erleben eines Schulmassakers dem gesellschaftlichen Umgang damit im Kontext der digitalen Transformation gegenübergestellt wird.

Im 1. Teil wird gezeigt, wie Erstarrung, Wut und Mangel an Vertrauen seitens der Opfer und ihr Gefangensein in der Ungewissheit um Gegenwart und Zukunft die mediale Reaktion und die Reaktion der Verantwortlichen beeinflussen. Sowohl die individuelle Zerrüttung als auch der sich abzeichnende Systemzusammenbruch verweisen auf dieselbe Überforderung: das Nichtwahrhabenwollen einer unerträglichen, nicht einschätzbaren Situation. Es handelt sich um ein Problem, für das innerhalb des Schulsystems nicht Verantwortung übernommen werden kann und außerhalb nicht übernommen wird.

Der 2. Teil des Beitrags führt aus, wie der „geistesgestörte Einzeltäter“, der erkannt und dem der Zugang zu Waffen untersagt wird, erst vom System geschaffen wird. Das System ignoriert die Umstände, unter denen jemand zum Schulattentäter wird, ebenso wie die für School Shooting maßgebliche Studie von 2004. Schulattentäter sind der Studie zufolge mehrheitlich suizidgefährdete gemobbte Schüler, die mehr leisten wollen, aber nicht können und die Tat in ihrer Verzweiflung ankündigen. Die komplexen Wirkzusammenhänge, die zum Amoklauf von Schulattentätern führen, werden nicht zur Kenntnis genommen. Statt einer Analyse des Schul- bzw. Gesellschaftssystems wird die Fiktion des geistesgestörten Gewalttäters aufrechterhalten und das Problem School Shooting bis zum nächsten Amoklauf perpetuiert.

Der dritte Teil geht der Frage nach, warum dieses Problem auch für Österreich relevant ist. Er skizziert die global kritische Situation des Schulsystems und der Schüler und untersucht, warum durch die Digitalisierung eine weitere drastische Verschlechterung zu erwarten ist. Dargestellt werden die Notwendigkeit von Eigeninitiative und die Schritte, mit denen der Autor um Mithilfe bittet, sich entwickelnde Probleme lösen und Möglichkeiten erschließen zu können.

Schlüsselwörter

Parkland School Shooting Digitalisierung Kommunale Intelligenz Zukunft der Bildung 

Forget the Adults

Parkland School Shooting: Running Amok in a Society Without Perspective

Abstract

This essay consists of three parts, in which the individual experience of a school massacre is related to its social reactions viewed in the context of humanity’s digital transformation. This first part shows how paralysis, anger, lack of trust on the part of the victims, and their imprisonment in uncertainty about the present and future influence the reactions of the media and those in positions of responsibility. Individual disintegration and the imminent collapse of the system point to the same overload: denial of an unbearable, incalculable situation. This is a problem for which the school system cannot take responsibility, nor is it being taken care of externally.

The second part of the essay explores how the search for an “insane lone perpetrator”, who is recognised and has to be denied access to guns, is actually a product of the system. This system ignores both the actual circumstances of how someone becomes a school shooter and the significant study on school shootings published in 2004. According to this study, school shooters are mostly suicidal and bullied students who want to achieve more than they are able to accomplish and announce their deed in their despair. The multi-causal context of how a student becomes a frenzied school shooter remains ignored. Instead of an analysis of the prevailing educational and social system, the fiction of an insane lone perpetrator is maintained, perpetuating the problem of school shooters until the next killing spree.

The third part addresses the question why this problem is relevant to Austria too. It outlines the critical situation of the global education system and schoolchildren, and examines why a further drastic deterioration brought about by digitalization is to be expected. The necessity of self-initiative and the steps with which the author asks for help in being able to solve the growing problems and open up new possibilities are shown.

Keywords

Parkland School Shooting Digitalization Communal Intelligence Future of Education 

Notes

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

L. Pawlik gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Dieser Beitrag beinhaltet keine von den Autoren durchgeführten Studien an Menschen oder Tieren.

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Austria, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.

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