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Pädiatrie & Pädologie

, Volume 50, Issue 4, pp 129–130 | Cite as

1965–2015

50 Jahre im Dienst der Kinder und Jugendlichen
  • Reinhold Kerbl
Editorial

1965–2015

Fifty years serving children and young people
Als ich im Jahr 2007 in Nachfolge von Herrn Professor Mutz die Pädiatrie und Pädologie als Herausgeber übernehmen durfte, war diese Zeitschrift gerade 42 Jahre alt. Ich habe damals die Übernahme der Herausgeberschaft auch deshalb als besondere Ehre empfunden, weil viele von uns „Älteren“ ihre ersten wissenschaftlichen Arbeiten in diesem Journal veröffentlicht haben und bei manchen die dort publizierten Beiträge sogar wesentlich zur Habilitation beigetragen haben.

Seit mehreren Jahren ist nun – aus verschiedenen Gründen – die Pädiatrie und Pädologie v. a. ein Fortbildungsjournal, in dem statt wissenschaftlicher Erkenntnisse praxisrelevante Berichte im Vordergrund stehen. So findet die Zeitschrift v. a. auch bei niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen großes Interesse und gute Akzeptanz.

Die Geschichte der Pädiatrie und Pädologie ist untrennbar mit jener der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ) verbunden, und über viele Jahre hinweg war die Pädpäd auch das Gesellschaftsorgan der ÖGKJ. Auch wenn nun seit 1997 die Monatsschrift Kinderheilkunde offizielles ÖGKJ-Gesellschaftsorgan ist, besteht doch weiterhin eine exzellente und regelmäßige Zusammenarbeit.

Eine solche ist auch deshalb wichtig, weil die (medizinischen) Belange von Kindern und Jugendlichen in Österreich von den „Offiziellen“ oft vernachlässigt werden, wie leider auch jüngste Entwicklungen (Ärzteausbildungsordnung neu, Verzögerung der Kinderrehabilitation etc.) belegen. Diese Entwicklung ist nicht neu, sondern seit Jahrzehnten pädiatrischer Alltag. Und unsere heutigen Anliegen zur Verbesserung der pädiatrischen Versorgung finden sich auch in der Chronik der letzten fünf Jahrzehnte immer wieder!

Um dies zu dokumentieren, habe ich eine stark gekürzte Zeittafel der Jahre 1962–2015 abgebildet (Tab. 1). Diese gibt einige entscheidende Entwicklungen wieder und macht deutlich, dass nur der unermüdliche Einsatz für unser Fach, v. a. aber für Kinder und Jugendliche, die pädiatrische Versorgung auf hohem Niveau halten kann.
Tab. 1

Zeittafel wichtiger Ereignisse 1962–2015 (stark gekürzt)

1962

Gründung der „Österreichischen Gesellschaft für Kinderheilkunde“ auf Initiative von Prof. Kundratitz (Wien), Prof. Asperger (Innsbruck) und Prof. Swoboda (Wien) – Prof. Lorenz (Graz) wird Gründungspräsident

1965

Herausgabe der Zeitschrift Pädiatrie und Pädologie auf Betreiben von Prof. H. Asperger

1968

1. Pädiatrischer Fortbildungskurs in Obergurgl unter der Leitung von Doz. E. G. Huber

1971

Einführung der Pflichtmitgliedschaft für Jahresabonnement der Zeitschrift „Pädiatrie und Pädologie“

1973

Erstes ÖGK-Mitgliederverzeichnis

1974

Einführung des Österreichischen Mutterkindpasses unter BM Dr. Ingrid Leodolter

1975

Altersgrenze für „pädiatrische Patienten“ wird in der Steiermark auf 18 Jahre hinaufgesetzt

1979

Verkürzung der Turnusärzteausbildung im Sonderfach „Kinderheilkunde“ von sechs auf fünf Monate

1986

Hüft-Ultraschallscreening kann außer von Orthopäden auch von Kinderärzten durchgeführt werden

1988

Umbenennung der Gesellschaft in „Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde“ unter Prof. E. Zweymüller (Wien)

1991–1995

Lehr-/Lernzielkatalog und „Rasterzeugnis“ nach EU-Richtlinien werden unter Prof. R. Kurz erstellt und 1996 in Pädiatrie und Pädologie publiziert

1993

Sonderfach wird unter Prof. W. Stögmann nach Genehmigung durch BM Dr. Ausserwinkler in „Kinder- und Jugendheilkunde“ umbenannt. Änderung wird ab 1994 legalisiert (Bundesgesetzblatt 152/1994)

1995

Verkürzung der Turnusärzteausbildung im Sonderfach „Kinder- und Jugendheilkunde“ von fünf auf vier Monate

1997

Monatsschrift Kinderheilkunde wird offizielles Organ für ÖGKJ, Pflichtmitgliedschaft der ÖGKJ-Mitglieder für (stark ermäßigtes) Jahresabonnement

1998

Start der pädiatrie & pädologie mit Heft 1/98 in der heutigen Form, als Fortbildungszeitschrift mit Univ.-Prof. Dr. Ingomar Mutz als Herausgeber und einem umfangreichen wissenschaftlichen Beirat; Neukonzeption des Heftes und Redaktion: Dr. Renate Höhl, Springer Verlag Wien

2004

BM Rauch-Kallat führt eigenen „Jugendpass“ ein – dieser setzt sich nie durch und verschwindet bald von der Bildfläche

2006

Genehmigung von sechs pädiatrischen Additivfächern (Diabetologie u. Endokrinologie, Hämato-Onkologie, Kardiologie, Neonatologie u. Pädiatr. Intensivmedizin, Neuropädiatrie, Pulmonologie) nach jahrelangen Bemühungen v. a. durch Prof. W. Müller

2012

Errichtung von OKIDS (Netzwerk für Arzneimittelforschung) als Tochter-GmbH der ÖGKJ

2015

Verkürzung der Turnusärzteausbildung im Sonderfach „Kinder- und Jugendheilkunde“ von vier auf drei Monate

Swoboda W (1997) Chronik der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde 1962–1997. Facultas Verlag, Wien sowie 3-Jahresberichte der ÖGKJ seit 2002

Pädiatrie und Pädologie wird auf diesem Weg weiterhin ein wichtiger Partner sein!

Ihr

Reinhold Kerbl

Notes

Interessenkonflikt

R. Kerbl gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Copyright information

© Springer-Verlag Wien 2015

Authors and Affiliations

  1. 1.Abteilung Kinder- und JugendheilkundeLKH Hochsteiermark Leoben/EisenerzLeobenÖsterreich

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