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, Volume 42, Issue 3, pp 171–177 | Cite as

Lebensqualität im ländlichen Raum

Wie bewerten Bewohner ihr Wohnumfeld?
  • Sandra OpitzEmail author
  • Carmella Pfaffenbach
Angewandte Geographie

Zusammenfassung

Der demografische Wandel stellt Kommunen vor neue Herausforderungen. Anlass geben die mit Bevölkerungsalterung und -schrumpfung verbundenen räumlichen Auswirkungen, die sich strukturbedingt in ländlichen Räumen noch schwieriger bewältigen lassen als im städtischen Kontext. Einerseits geraten Infrastrukturen und Einrichtungen unter Schrumpfungsbedingungen rasch an Rentabilitätsgrenzen. Andererseits sind die größeren Distanzen zwischen Wohnstandort und Einrichtungen des Alltagsbedarfs für eine ältere, nicht mehr (auto)mobile Bevölkerung schwieriger zu überwinden. Schließlich entwickeln sich bei einer zunehmend älter werdenden Bevölkerung auch andere Bedarfe. Weniger Angebote, größere Distanzen und andere Nachfragemuster haben immer wieder Diskussionen um angemessene Lebensqualität im ländlichen Raum angefacht. Dabei erschwert die Unbestimmtheit des Begriffs der Angemessenheit die Handhabe in der Praxis erheblich. Vor diesem Hintergrund wird in diesem Beitrag zunächst der Begriff diskutiert. Anschließend wird dargestellt, wie wohnortbezogene Lebensqualität in einer empirischen Untersuchung in der ländlichen Region „Der Selfkant“ in Nordrhein-Westfalen im Rahmen einer Bürgerbefragung bewertet wurde.

Schlüsselwörter

Demografischer Wandel Ländlicher Raum Lebensqualität Wohnstandort Infrastruktur Wohnzufriedenheit Kommunalpolitik 

Quality of life in rural areas

How do citizens assess their residential locations?

Abstract

The current demographic developments amount to new challenges for municipalities. Both an ageing and a shrinking population are producing spatial impacts, which for structural reasons are harder to deal with in rural than in urban contexts. For one, infrastructures and facilities quickly reach profitability limits when they are subjected to shrinking processes, for another, covering longer distances between residential locations and facilities for daily needs presents itself as a challenge for an older population that is not as (auto)mobile as it used to be. Furthermore the needs of an ageing population tend to shift. Fewer offers, larger distances and different demand patterns have repeatedly kindled the discussion on the question of an adequate quality of life in rural areas. Given the vagueness of the term “adequate quality of life” makes working with it on a practical level rather difficult. In this paper we will first elaborate on the term and then introduce the empirical study “Der Selfkant”. This research project is located in a rural part of North Rhine-Westphalia where citizens participated in a survey that assessed the quality of life in their residential locations.

Keywords

Demographic change Rural areas Local quality of life Residential location Infrastructure Residential satisfaction Local politics 

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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Gruppe 1.2 ArbeitsweltberichterstattungBAuA – Bundesanstalt für Arbeitsschutz und ArbeitsmedizinDortmundDeutschland
  2. 2.LuFG KulturgeographieRWTH AachenAachenDeutschland

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