Liebe Leserin, lieber Leser,
die Innenstädte erleben eine Renaissance. Zum Wohnen, Arbeiten und für die Freizeitgestaltung drängen die Menschen wieder in die Innenstädte und in die innenstadtnahen Quartiere der Großstädte. Die zentralen Quartiere gewinnen damit als Wirtschafts- und Wohnstandort wieder an Bedeutung.
Noch vor fünfzehn Jahre zeichnete sich ein ganz anderes Szenario ab. Im Vordergrund der Stadtentwicklungsdebatte stand die Suburbanisierung. So diagnostizierte Thomas Sieverts 1997 in seinem viel beachteten Band Zwischenstadt die „Auflösung der kompakten historischen europäischen Stadt“. Entgegen seinen Prognosen hatten die Innenstädte ihre Bedeutung jedoch nie verloren. Rathäuser, Kirchen und Theater gehörten immer wie selbstverständlich zu den Innenstädten, und auch für Einzelhandel und Dienstleister waren sie stets wichtige Standorte. Die Innenstädte der europäischen Metropolen haben ihren individuellen Charakter, in dem sich ihre Geschichte und Gegenwart widerspiegeln, stets bewahrt. Nicht zuletzt deshalb sind sie für viele Menschen bis heute wichtige Identifikationsorte.
Viele Geographen und die Vertreter anderer Disziplinen richten den Blick heute wieder verstärkt auf die Innenstädte. Der einführende Beitrag liefert einen Überblick über aktuelle, aus geographischer Perspektive wesentliche Entwicklungen in den Innenstädten. Die Beiträge von Andreas Rieper und Markus Wotruba untersuchen aktuelle Trends im Einzelhandel. Elmar Kulke, Barbara Hahn, Sven Schulte und wiederum Andreas Rieper stellen beispielhaft aktuelle Trends in den Innenstädten von Berlin, Chicago, Düsseldorf und Stade vor.
Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen
Heiner Schote
Heftmoderator
