Österreichische Wasser- und Abfallwirtschaft

, Volume 66, Issue 1–2, pp 30–39

Vergleich von Verfahren zur Rückgewinnung von Phosphor aus Abwasser und Klärschlamm

Originalarbeit

DOI: 10.1007/s00506-013-0127-x

Cite this article as:
Egle, L., Rechberger, H. & Zessner, M. Österr Wasser- und Abfallw (2014) 66: 30. doi:10.1007/s00506-013-0127-x

Zusammenfassung

Phosphor (P) ist eine lebensnotwendige aber gleichzeitig endliche Ressource, wobei Österreich über keine P-Lagerstätten verfügt. Gleichzeitig kann das kommunale Abwasser als eine potenzielle aber häufig ungenutzte P-Ressource betrachtet werden. Zahlreiche Technologien wurden in den letzten Jahren mit dem Ziel der Rückgewinnung von P aus verschiedenen Teilströmen einer Kläranlage entwickelt und im Rahmen dieser Arbeit nach einer eigens entwickelten Methodik zusammenfassend nach technischen, ökologischen und ökonomischen Kriterien bewertet. Damit werden für den Gesetzgeber oder die politischen EntscheidungsträgerInnen jene Grundlagen geschaffen, an denen sich ein zukünftiges optimiertes P-Management orientieren kann. Die Studie zeigt, dass beispielhaft Technologien zur P-Rückgewinnung aus dem Schlammwasser bereits einsetzbar sind, unter gewissen Voraussetzungen wirtschaftlich betrieben und gleichzeitig ein reines und sehr gut pflanzenverfügbares Endprodukt erzeugt werden kann. Allerdings ist das P-Rückgewinnungspotenzial vergleichsweise gering. Mit dem Ziel einer größtmöglichen Nutzung des abwasserbürtigen Phosphors wäre zukünftig eine Rückgewinnung aus Klärschlammaschen anzustreben. Eine Vermischung mit P-armen Aschen sollte dabei vermieden werden. Die dafür notwendigen Strukturen wie z. B. Monoverbrennungsanlagen müssten dazu allerdings noch ausgebaut werden. Welche Technologie(n) zur Behandlung der Klärschlammasche schlussendlich zum Einsatz kommen, ist z. B. von den Forderungen an die Wirtschaftlichkeit, Schwermetallentfrachtung oder Pflanzenverfügbarkeit des P abhängig. Vorteil einer Strategie mit einer „Monoverbrennung“ des Klärschlammes ist zum einen die Möglichkeit der Nutzung weiterer P-reicher Stoffströme (z. B. Tiermehl) und zum anderen die Zwischenlagerung der Asche mit dem Ziel einer späteren Rückgewinnung (Österreichische Phosphormine).

Comparison of methods for recovering phosphorus from wastewater and sewage sludge

Abstract

Phosphorus (P) is a vital but limited resource. Though Austria has no P deposits, municipal wastewater offers a potential but largely overlooked source of phosphorus. Over the last several years, numerous technologies have been developed for recovering P from various streams at a wastewater treatment plant. This work uses an approach developed by the authors to assess these technologies on the basis of technical, ecological and economic criteria, providing a basis that legislators and political decision-makers can orient a future, optimized P management system on. The study shows that e.g. technologies for recovering P from process water are already available, and that under the right circumstances they can be used to affordably deliver a high-purity, plant-available end product; however, the potential for P recovery is relatively low. In order to arrive at maximal utilization of the phosphorus from wastewater, the future focus should be on recovery from sewage sludge ash. In this regard, mixing with low-phosphorus ash should be avoided. At this time, however, the necessary structures like e.g. monoincineration plants still need to be expanded. Which technology/ technologies will ultimately be used for the treatment of sewage sludge ash depends e.g. on considerations of affordability, heavy metal elimination, and the plant-availability of the P recovered. The advantages of a strategy based on “monocombustion” of sewage sludge are on the one hand the option of using further P-rich material flows (e.g. meat and bone meal) and on the other, the freedom to store the ash for future recovery (creating an Austrian “phosphate mine”).

Copyright information

© Springer-Verlag Wien 2013

Authors and Affiliations

  • Lukas Egle
    • 1
  • Helmut Rechberger
    • 1
  • Matthias Zessner
    • 1
  1. 1.Institut für Wassergüte, Ressourcenmanagement und AbfallwirtschaftTechnische Universität WienWienÖsterreich

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