Der Schmerz

, Volume 28, Issue 2, pp 191–206

Klassifikation und Therapie des Medikamenten-Übergebrauch-Kopfschmerzes (MÜK)

Auswirkungen der 3. Auflage der internationalen Kopfschmerzklassifikation auf die Praxis
  • H. Göbel
  • K. Heinze-Kuhn
  • I. Petersen
  • C. Göbel
  • A. Göbel
  • A. Heinze
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DOI: 10.1007/s00482-014-1393-7

Cite this article as:
Göbel, H., Heinze-Kuhn, K., Petersen, I. et al. Schmerz (2014) 28: 191. doi:10.1007/s00482-014-1393-7
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Zusammenfassung

Etwa 50% der Patienten mit mehr als 15 Kopfschmerztagen pro Monat seit mindestens 3 Monaten haben neben der ursprünglichen primären Kopfschmerzform zusätzlich als ursächlichen Grund für die zunehmende Häufung der Kopfschmerztage einen Medikamenten-Übergebrauch-Kopfschmerz (MÜK). Die meisten dieser Patienten zeigen durch eine adäquate Behandlung im Gegensatz zu der Ausgangssituation nach einer Medikamentenpause eine Reduktion der Kopfschmerztage pro Monat und ein erneutes Ansprechen auf vorbeugende Medikation. Der Artikel erläutert wichtige Änderungen der diagnostischen Merkmale der verschiedenen Unterformen des MÜK nach Einführung der ICHD(International Classification of Headache Disorders)-3beta im Jahre 2013. Die neue Klassifikation hat entscheidenden und unmittelbaren Einfluss auf die Prävention und Behandlung des MÜK. Zudem bestehen Wechselbeziehungen mit den neuen Kriterien der chronischen Migräne. Durch ein kontrolliertes Einnahmeverhalten nach der 10–20-Regel oder eine Medikamentenpause kann bei den meisten Patienten der MÜK remittieren. Führt die alleinige Information und Beratung des Patienten nicht zur Beendigung des Medikamentenübergebrauches ist eine spezialisiert geführte und koordinierte Medikamentenpause oder eine Entzugsbehandlung erforderlich. Diese kann ambulant, tagesklinisch-teilstationär oder stationär erfolgen. In unkomplizierten Fällen unterscheiden sich die Ergebnisse dieser drei Behandlungssettings nicht. Aus Kostengesichtspunkten ist daher die ambulante Behandlung bei unkomplizierten Fällen begründet. In komplizierten Fällen ist die vollstationäre Behandlung im Rahmen eines multimodalen Behandlungskonzeptes signifikant überlegen.

Schlüsselwörter

Migräne Prednisolon Schmerzwahrnehmung Nichtsteroidale antiinflammatorische Substanzen Chronische Schmerzen Analgetikabedingter Rebound-Kopfschmerz 

Classification and therapy of medication-overuse headache

Impact of the third edition of the International Classification of Headache Disorders

Abstract

The diagnosis of medication-overuse headache (MOH) is of central importance because this secondary headache disorder can be treated very effectively and patients do not usually respond to headache prophylaxis as long as MOH persists. The article describes important changes in the diagnostic criteria of different MOH subtypes after publication of the International Classification of Headache Disorders (ICHD-3beta) in 2013. The new classification has a crucial and direct impact on prevention and treatment of MOH. In addition interactions exist with the new criteria of chronic migraine. With a controlled medication intake scheme according to the 10–20 rule and using a medication break, MOH usually remits in most patients. If patient education and advice does not lead to remission of MOH, a specialized managed medication break or withdrawal treatment becomes necessary. This can be done on an outpatient, day clinic or inpatient basis. In uncomplicated cases, the results of these three treatment settings do not differ. From a cost-effectiveness standpoint, the outpatient treatment should be given priority. In complicated cases, a fully inpatient withdrawal treatment using a multimodal treatment concept is significantly superior.

Keywords

Migraine Prednisolone Anti-inflammatory agents, non-steroidal Pain perception Chronic pain Analgesic rebound headache 

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2014

Authors and Affiliations

  • H. Göbel
    • 1
  • K. Heinze-Kuhn
    • 1
  • I. Petersen
    • 1
  • C. Göbel
    • 1
  • A. Göbel
    • 1
  • A. Heinze
    • 1
  1. 1.Migräne- und KopfschmerzzentrumNeurologisch-verhaltensmedizinische Schmerzklinik KielKielDeutschland

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