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Kommentar II zum Fall: „Heparin für Muslime – Wissenslücke: nicht vegan und nicht halal“

  • Michael CoorsEmail author
Fall und Kommentare
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Die Wahrnehmung kultureller Diversität ist in dem geschilderten Fall zunächst der Auslöser dafür, dass ein möglicher ethischer Konflikt thematisiert wird. Gäbe es nicht auf Seiten der Auszubildenden ein grundsätzliches Wissen darum, dass in bestimmten Religionen die Verwendung von aus Schweinen gewonnen Produkten als unrein gilt, würde die ethische Fragestellung gar nicht in den Blick kommen. Problematisch wird diese kultursensible Haltung aber dann, wenn die Wahrnehmung eines möglichen Konfliktes nicht kommunikativ daraufhin überprüft wird, ob es sich um einen wirklichen Konflikt handelt. Dass dies nicht geschieht, ist in dem geschilderten Fall nicht der Auszubildenden anzulasten, da die primäre Verantwortung für die Verabreichung der Medikamente bei den behandelnden Ärztinnen und Ärzten liegt, die unbedingt das Gespräch mit dem Patienten hätten suchen müssen.

Sollte die Vermutung der Auszubildenden zutreffen, so wäre es möglich, dass die Verabreichung des Heparins im Zuge der Dialyse...

Notes

Interessenkonflikt

M. Coors gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Zentrum für Gesundheitsethik (ZfG) an der Evangelischen Akademie LoccumHannoverDeutschland

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