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Ethik in der Medizin

, Volume 29, Issue 3, pp 239–241 | Cite as

Kommentar II zum Fall: „Selektiver Fetozid bei Zwillingsschwangerschaft“

  • Maja Caroline Lehmann
Fall und Kommentare
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Wer eine Schwangerschaft abbricht, macht sich grundsätzlich nach § 218 Strafgesetzbuch (StGB) strafbar. Im vorliegenden Fall kommt indes eine Rechtfertigung des Abbruchs in Gestalt eines selektiven Fetozids zu Lasten des mit Trisomie 21 belasteten Kindes gemäß § 218a Abs. 2 StGB in Betracht. Dieser lässt einen von einem approbierten Arzt lege artis vorgenommenen Abbruch – anders als § 218a Abs. 1 StGB – auch noch nach der 12. Schwangerschaftswoche zu, stellt an ihn aber erhöhte Anforderungen. Neben einer hier gegebenen Einwilligung seitens der Patientin erfordert Abs. 2 eine sog. medizinisch-soziale Indikation und die Abwesenheit einer zumutbaren Verhaltensalternative. Dazu ist auf Grundlage der Erkenntnisse vor dem Eingriff zu beurteilen, ob „der Abbruch der Schwangerschaft unter Berücksichtigung der gegenwärtigen und zukünftigen Lebensverhältnisse der Schwangeren nach ärztlicher Erkenntnis angezeigt ist, um eine Gefahr für das Leben oder die Gefahr einer schwerwiegenden...

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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.Lehrstuhl für Strafrecht und StrafprozessrechtHeinrich-Heine-Universität DüsseldorfDüsseldorfDeutschland

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