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Das Unbehagen in der Zivilisation

Rede bei der Entgegennahme des Egnér-Preises, Zürich 2017
  • Till BastianEmail author
Vortragsforum
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Das Unbehagen in der Kultur, 1930 verfasst, ist einer der bekanntesten Texte Sigmund Freuds (1856–1939) und mein Stichwortgeber für den heutigen Abend. Eine recht häufig zitierte Passage aus diesem Essay lautet so: „Das gerne verleugnete Stück Wirklichkeit hinter alledem ist, daß der Mensch nicht ein sanftes, liebebedürftiges Wesen ist, das sich höchstens, wenn angegriffen, auch zu verteidigen vermag, sondern daß er zu seinen Triebbegabungen auch einen mächtigen Anteil von Aggressionsneigung zählen darf. Infolgedessen ist ihm der Nächste nicht nur möglicher Helfer und Sexualobjekt, sondern auch eine Versuchung, seine Aggression an ihm zu befriedigen, seine Arbeitskraft ohne Entschädigung auszunützen, ihn ohne seine Einwilligung sexuell zu gebrauchen, sich in den Besitz seiner Habe zu setzen, ihn zu demütigen, ihm Schmerzen zu bereiten, ihn zu martern und ihn zu töten. Homo homini lupus; wer hat nach allen Erfahrungen des Lebens und der Geschichte den Mut, diesen Satz zu bestreiten?“

Man...

Civilization and its discontents

Speech on acceptance of the Egnér Prize, Zurich 2017

Notes

Interessenkonflikt

T. Bastian gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Literatur

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Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Klinik Wollmarshöhe, Fachkrankenhaus für psychosomatische MedizinBodneggDeutschland

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