Epidemiologie und Ursachen von Vorhofflimmern
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Zusammenfassung
Vorhofflimmern ist die häufigste, behandlungsbedürftige Herzrhythmusstörung mit einer altersabhängigen Prävalenz von 0,4–10%. Aufgrund der noch immer geringen Effizienz medikamentöser Therapien zur Konversion und Erhalt eines stabilen Sinusrhythmus und des zunehmenden Anteils älterer Menschen in unserer Bevölkerung kommt der Diagnostik und Therapie des Vorhofflimmerns eine beträchtliche Bedeutung zu. Vorhofflimmern stellt keine homogene Arrhythmie dar, sondern basiert vielmehr auf einem weiten Spektrum unterschiedlicher ätiologischer Faktoren. Häufig ist Vorhofflimmern somit nicht als eigenständiges Krankheitsbild, sondern vielmehr als Symptom einer zugrundeliegenden Erkrankung anzusehen. Die dabei häufigsten kardialen Erkrankungen sind die Herzinsuffizienz, die koronare Herzerkrankung, das Cor hypertensivum und Herzklappenfehler. Jedoch auch postoperativ nach kardiochirurgischen Eingriffen ist das Vorhofflimmern von hoher Bedeutung. Die Lebensqualität der Patienten mit Vorhofflimmern kann aufgrund zahlreicher klinischer Symptome deutlich reduziert sein. Komplizierend weisen Patienten mit Vorhofflimmern ein mit dem Alter zunehmendes Schlaganfallrisiko sowie eine erhöhte Mortalität auf. Kontovers diskutiert wird die Frage, ob das Vorhofflimmern selbst die erhöhte Mortalität verursacht oder nicht vielmehr die zugrundeliegenden Erkrankungen sowie die begleitenden Komplikationen hierfür verantwortlich sind, denn das Auftreten von Vorhofflimmern ist häufig Ausdruck einer fortgeschrittenen Herzinsuffizienz oder einer schweren koronaren Herzerkrankung. Die Diagnostik und Therapie des Vorhofflimmerns sollte sich daher in erster Linie auf die Erkennung und Behandlung der möglicherweise ursächlichen Grunderkrankung sowie die Prävention assoziierter Komplikationen stützen.
The epidemiology and causes of atrial fibrillation
Summary
Atrial fibrillation is the most common, medically treated arrhythmia with a prevalence of 0.4–10% depending on age. Due to the poor efficacy of medical therapy for conversion and maintaining a stable sinus rhythm and to the increasing age in our population, there is a considerable importance of diagnostic and therapy of atrial fibrillation. Atrial fibrillation is often more important as a sign of a underlying disease than as a disease in its own right. The most frequent underlying cardiac disorders are heart failure, coronary artery disease, hypertensive cardiovascular disease and valvular diseases. In addition, atrial fibrillation is common after cardiac surgery. In patients with atrial fibrillation, quality of life may be reduced due to numerous clinical symptoms and there is an increasing risk of stroke and mortality. There is a controversary whether atrial fibrillation itself causes the increased mortality or the diseases which cause the arrhythmia and their complications; even atrial fibrillation is often caused by advanced heart failure or severe coronary heart disease. Therefore, diagnostic and therapy of atrial fibrillation should aim at the underlying diseases and prevention of their complications.
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