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Krankenhausfinanzierung aus Sicht der kaufmännischen Leitung eines Universitätskrankenhauses

  • I. GürkanEmail author
Krankenhausmanagement
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Zusammenfassung

Die Krankenhausfinanzierung unterscheidet sich grundlegend von der aller anderen Leistungserbringer im Gesundheitsmarkt: Kosten des laufenden Krankenhausbetriebs werden durch die Krankenkassen getragen, Investitionskosten sind grundsätzlich steuerfinanziert. Die unterschiedlichen Finanzierungszuständigkeiten sowie die insgesamt zu geringen Investitionsmittel beeinträchtigen Rentabilität und Wettbewerbsfähigkeit der Krankenhäuser; die Einführung einer monistischen Finanzierung ist dringlich.

Inzwischen war die Umstellung der Finanzierung des laufenden Betriebs von zunächst tagesgleichen Pflegesätzen auf fallbezogene Pauschalen(„German Diagnosis-Related Groups“) erfolgreich. Sie hat zu mehr Leistungseffizienz und -transparenz geführt.

Die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser hat sich in den letzten Jahren zunehmend verschlechtert, da insbesondere Tariflohnsteigerungen nicht über höhere Fallpauschalen refinanziert wurden. Erst im Jahr 2009 entspannte sich die Situation leicht, da die Krankenhäuser zumindest die Hälfte ihrer Tariflohnerhöhungen finanziert bekamen.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise, die sich in den nächsten Jahren auch auf die Einnahmesituation der Krankenkassen negativ auswirken kann, müssen die Krankenhäuser allerdings erneut Druck auf ihre Preisgestaltung befürchten.

Um sich dennoch in dem zunehmend wettbewerbsgetriebenen Gesundheitsmarkt zu behaupten, werden Krankenhäuser künftig verstärkt als Anbieter sektorenübergreifender Versorgungsstrukturen auftreten.

Schlüsselwörter

Wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser Duale Finanzierung Investitionsfinanzierung Neues Entgeltsystem – German Diagnosis-Related Groups Einnahmesituation der Universitätsklinika 

Hospital finance system from the viewpoint of an university hospital CFO

Abstract

The financing of hospitals differs fundamentally from the funding of other healthcare providers. The running costs of daily hospital operation are financed by health insurance companies. Investment costs are in principle covered through taxes. The varying financing responsibilities as well as the overall limited investment funds affect the productivity and the competiveness of hospitals. Therefore, introduction of monistic hospital financing is indicated.

Since its introduction, the change of financing in daily operation from per diem charges to case fees defined by diagnosis-related groups (German DRG) has been successful and has led to increased output and transparency.

The economic situation of hospitals has continually deteriorated in recent years, especially since constantly increasing standard wages were not refinanced through rising case fee reimbursement. A slight ease of tension came in 2009, when hospitals were additionally reimbursed for half of the raise of the standard wages.

Facing the current financial and economic crisis, which is also expected to have a negative effect on the revenues of health insurance companies in the next few years, hospitals must expect an impact on their pricing.

To stay successful in the increasingly performance-driven healthcare market, hospitals will have to intensify their role as a provider in both the ambulatory and the hospital care sectors.

Keywords

Financial status of hospitals Dual hospital finance system Financing of investments New reimbursement system – German diagnosis-related groups Revenues of university hospitals 

Notes

Interessenkonflikt

Die Autorin gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

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Copyright information

© Springer-Verlag 2009

Authors and Affiliations

  1. 1.Kaufmännische DirektionUniversitätsklinikum HeidelbergHeidelbergDeutschland

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